Das klassische Outdoor Navigationsgerät ohne Touchscreen ist noch lange nicht tot. Die neueste GPSmap Generation von Garmin im Review.

Auch in Zeiten von iPhone und Co. haben GPS Empfänger mit Tasten durchaus ihre Berechtigung.

Gerade auf dem Fahrrad schätze ich Robustheit und klare Bedienung eines Tasten Gerätes.

Der Garmin GPSmap 64s* Test zeigt, wo die Stärken und Schwächen dieser Outdoor Navigation liegen.

Ich nutze die Navi jetzt schon einige Zeit und Berichte über meine Erfahrungen im Sommer- und Winter-Einsatz.

Das Testgerät mit Zubehör wurde mir von Garmin Deutschland zur Verfügung gestellt. Zum Ende des Tests war Firmware Version 3.90 aktuell.

Ausstattung der GPSmap 64er Versionen

Die GPSmap 64 Familie besteht aus drei Mitgliedern. Die Unterschiede werden am besten in folgender Tabelle deutlich.

 GPSmap
64
GPSmap
64s
GPSmap
64st
Stromversorgung2 AA-Akkus, Batterien oder NiMH-Akkupack2 AA-Akkus, Batterien oder NiMH-Akkupack2 AA-Akkus, Batterien oder NiMH-Akkupack
Topo-KarteFreizeitkarte EU
1:100.000
Barometrischer Höhenmesser
Elektronischer Kompass
Bluetooth Funktionen
interner Speicher
(frei)
4 GB
3,2 GB
4 GB
3,2 GB
8 GB
OVP Preis249 Euro299 Euro369 Euro
Straßenpreis
(05/2015)
200 Euro250 Euro350 Euro
Straßenpreis
(10/2016)
225 Euro240 Euro310 Euro
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[Update 1.11.2016] Garmin GPSmap 64sc

Deutlich später hat Garmin noch eine vierte Variante nachgeschoben. Den Garmin GPSmap 64sc. Einziger Unterschied zum 64s ist die eingebaute 8 Megapixel Kamera mit Blitz. Dabei wird vermutlich auf die aus dem Oregon bekannte Kamera zurückgegriffen. Im Oregon Praxistest konnte mich die Kamera nicht überzeugen. Deshalb ist es kein Verlust, dass wir nicht in den Genuss dieser vierten Variante kommen werden.

Den GPSmap 64sc wird es nämlich nicht in Deutschland geben.

Welche Version vom Garmin GPSmap 64 ist die Beste? Für mich ist hier die Antwort klar: Das GPSmap 64s* ist das optimale Modell!

Die zusätzlichen Sensoren gegenüber dem GPSmap 64 Basismodell bringen einen echten Mehrwert. Dagegen kann man auf die eingebaute Freizeitkarte des „t-Modells“ gut verzichten. Zu wenig Information für den Aufpreis – siehe Karten Kapitel.

Hardware, GPS-Genauigkeit und Verarbeitung

Das Gehäuse hat weiterhin die klassische Outdoor-Navi-Form mit dem Antennenstummel. Darunter verbirgt sich die Quadrifilar-Helix-GPS-Antenne, die in senkrechter Position (= Antenne Richtung Himmel) die beste Empfangsleistung bringt.

Top Empfang auch in der Stadt mit Antenne gen Himmel
Top Empfang auch in der Stadt mit Antenne gen Himmel

Den verwendeten GPS Chipsatz gibt Garmin wie üblich nicht bekannt. Wer lieber auf eine externe Antenne setzt, kann diese über den MCX-Anschluss auf der Rückseite mit dem Garmin verbinden. Die Empfangsqualität ist aber auch so schon hervorragend. Selbst nach mehreren Wochen ohne Batterien und einer Distanz von über 600 km zum letzten Empfang – eine klassische Kaltstart Situation – war die Position nach wenigen Sekunden bekannt.

Der Lieferumfang vom GPSmap 64s enthält:

  • GPS-Outdoor-Navigation
  • Karabiner Clip
  • USB-Datenkabel
  • Schnellstartanleitung

Für Wegpunkte und Geocaches ist jetzt mehr Platz vorhanden. 5.000 statt 2.000 Wegpunkte und mehrere Millionen Geocaches statt nur 5.000 Geocaches sind beim 64er möglich.

Wie bereits beim Oregon (Zum Praxistest) lassen sich Tracks, Karten und Geocaches zwischen Garmin Geräten übertragen. Details dazu gibt es in dem Datenaustausch Artikel.

Ganz neu hinzugekommen (im Vergleich zum 62er) ist Bluetooth Low Energy. Damit gibt es die Möglichkeit, eine Verbindung zu einem Smartphone herzustellen. Aktuell werden nur iPhones (ab dem 4S) vollständig unterstützt. Mehr zu den Connectivity Funktionen findest du in diesem Garmin Bluetooth Artikel.

Die Funktionen für drahtlose Übertragung und ANT+ Sensoren
Die Funktionen für drahtlose Übertragung und ANT+ Sensoren

Neben Bluetooth gibt es noch die ANT+ Schnittstelle. Via ANT+ erfolgt die Verbindung zu einem Herzfrequenz-, einem Trittfrequenzsensor (z.B. dem Garmin GSC-10 *) oder dem Garmin tempe Temperatursensor *. Auch eine Garmin Virb Action-Kamera lässt sich drahtlos steuern.

Akkulaufzeit Garmin GPSmap 64s

Die GPSmap 64er Serie wird über zwei Mignon Batterien oder Akkus mit Strom versorgt. Als Zubehör ist der spezielle Garmin Akku-Pack erhältlich. Mit letzterem ist es möglich, die Akkus im Gerät zu laden.

Garmin Akku Pack und die Anschlüsse
Garmin Akku Pack und die Anschlüsse

Mit einem Satz eneloop Akkus komme ich bei meinem Nutzungsprofil auf eine Betriebszeit von rund 12 Stunden. Zum Thema Garmin Akku-Pack wird es noch einen getrennten Artikel geben.

Das Garmin GPSmap 64s Display

Beim Display setzt Garmin auf ein transreflexives TFT-Display mit 65.000 Farben und einer Auflösung von 160 x 240 Pixel bei einer Fläche von 3,6 cm x 5,5 cm. Die Diagonale beträgt 2,6 Zoll bzw 6,6 cm.

Durch den Verzicht auf die Touchscreen Funktion kann man sich voll auf gute Ablesbarkeit konzentrieren. Und das ist Garmin gelungen. Egal ob auf dem Fahrrad, beim Wandern oder Geocaching in der Hand, ich habe nie Probleme mit der Erkennung von Details auf der Karte.

Gut ablesbares Display - auch in der Sonne
Gut ablesbares Display – auch in der Sonne

Am Ende ist alles eine Frage der Helligkeit der Displaybeleuchtung. Auf dem Fahrrad drehe ich die gerne auf Maximum. Schließlich wird es in der Lenker-Halterung schwer, den optimalen Winkel zwischen Sonne und Auge einzustellen. Auch meine recht dunkle Fahrradbrille tut ihr übriges.

Bedienung des Garmin GPSmap 64s

Bedienung per Tasten
Bedienung per Tasten

Für die Bedienung stehen 8 Tasten, ein Steuerkreuz und die Seitentaste zur Verfügung. Wichtige Funktionen – etwa das Markieren von Wegpunkten oder FIND zum Auswählen eines Ziels – verfügen über eine eigene Taste.

Auch Shortcuts erleichtern die Bedienung: Beispielsweise kann von jedem Bildschirm durch zweimaliges Drücken der MENÜ-Taste das Hauptmenü erreicht werden.

Beim Konfigurieren kann man sich so richtig austoben; dazu tragen vor allem die Profile bei:

  • Anzahl und Inhalte von Datenfeldern
  • Beleuchtungsdauer und Intensität
  • Hinweistöne
  • Intervall der Trackaufzeichnung
  • Ausrichtung der Karte aber auch, welche Karten mit welchem Profil verknüpft ist

Das Thema Profile verlangt aufgrund der Kompexität eindeutig nach einem eigenen Beitrag. Mal sehen wann ich dazu komme.

Umfangreiche Profil Funktionen
Umfangreiche Profil Funktionen

Wer wie ich vom 60CSx kommt, kann das Benutzerprofil „Classic“ einstellen. Dann fühlt man sich bei der Bedienung wie beim 60er, d.h. man blättert mit den Tasten PAGE und QUIT ohne „Seitenband“ durch die Menüseiten.

Was mich in der täglichen Praxis stört ist die lange Aufstartzeit. Diese wird umso länger, je mehr Karten, Wegpunkte und Routen auf dem Gerät gespeichert sind. Hier hat Garmin keine Fortschritte gegenüber meinem alten GPSmap 60CSx gemacht. Dass es besser geht, beweist der Garmin Oregon, den ich auch schon im Praxistest hatte.

Outdoor Karten für jede Gelegenheit

Erst mit der passenden Karte spielt eine Outdoor Navigation wie der GPSmap 64s all seine Vorteile aus. Bei Garmin Geräten hat man da eine riesige Auswahl. Von der Garmin TOPO Karte * über City Navigator * Straßenkarten bis hin zu BlueChart Seekarten *.

Und dann gibt es ja noch die kostenlosen OpenStreetMap Karten in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen für jede Art von Freizeitaktivität.

OSM Karte auf dem Garmin GPSmap 64s
OSM Karte auf dem Garmin GPSmap 64s

Wie bereits oben angedeutet finde ich den Aufpreis für die Freizeitkarte des 64st nicht gerechtfertigt. Zu wenige Details, keine Aktualisierung. Da investiert man besser in eine microSD Karte* (max. 32 GB) und nutzt eine kostenlose OSM Karte

Als Universal-Basis-Karte kann ich mich noch nicht so wirklich zwischen der „Computer-Teddy-Karte“ und der „Freizeitkarte“ entscheiden.

Als Alternative habe ich noch die Garmin Topo Deutschland V6 auf dem 64s installiert. Für einen detaillierteren Vergleich der Karten wird es noch einen getrennten Artikel geben.

Garmin GPSmap 64s – Stärken und Schwächen

Stärken
  • Präziser GPS Empfänger
  • gut ablesbares Display
  • einstellbare Profile
  • riesiges Kartenangebot
Schwächen
  • langsamer Aufstart
  • Beschränkte Bluetooth Schnittstelle

Garmin 64s kaufen – ja oder nein?

Tasten im Zeitalter von Touchscreen Devices und ein kleineres Display.

Für wen das keine Ausschlusskriterien sind, der bekommt mit dem GPSmap 64s ein ausgereiftes und wirklich robustes Outdoor Navigationsgerät. Für mich ist das Garmin GPSmap 64s die erste Wahl, wenn es auf die Fahrrad Tour geht.

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Karten
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12 Kommentare, sei der Nächste!

  1. Hallo,
    in vielen Punkten zur Qualität gebe ich dir recht. Allerdings schreibst du bei der Akkulaufzeit 12 Stunden. Garmin gibt 16 h an. Mit den weißen eneloop komme ich auf maximal 8h. Und dabei wurde das Gerät von Garmin schon ausgetauscht. Vorher waren es 30 min bis 5h. Karte in Fahrtrichtung habe ich an, Licht, Kompass, Glonass, ANT, Bluetooth alles aus und es reicht eben nicht für einen Tag. Daher ist das Gerät für mich absolut keine Kaufempfehlung.
    Beschreibe doch bitte mal dein Profil für die Laufzeit von 12h.

    • Also bei 30 Minuten stimmt definitiv was mit dem GPS oder den Akkus nicht. Wie alt sind deine eneloops?
      Für die 12 Stunden bei mir ist Licht aus. Geht nur kurz für Aktivitäten an. BT und ANT ist an, aber nichts gekoppelt. Karte in Bewegungsrichtung von der SD Karte.

      • Meine Eneloops sind neu und haben laut Messung im Ladegerät eine Kapazität von 2070mAh (im 62s eines Bekannten reichen die Akkus 20h!). Die Lichteinstellung ist gleich, ich nutze nicht mal die Navigation. Von daher ist die Laufzeit völlig inakzeptabel. 12h erreiche ich nicht. Andere Einstellungen scheinen ja auch nichts zu bringen.

  2. Vielen für deine tollte Ausführung, sehr Hilfreich. Ich habe mir auch das 64s zugelegt. Wenn ich aber eine Route planen will und eine Adresse eingeben möchte dann findet das Gerät keine Adresse, auch kein Bundesland. Was muss ich machen um nach Adressen suchen zu können ? Gruß Tanja

  3. Das der Aufstart lange dauert, kann ich absolut nicht bestätigen. WIe schnell soll es denn sonst noch gehen? Wer den Falk Ibex kennt, weiß was langes Starten bedeutet und den Satelleiten hat es oft erst nach 30 min. oder mitunter sogar gar nicht. Bei Garmin ist der Empfang auch sofort da und auch in der Wohnung, wo das Oregon 600 und besagtes Ibex gar nichts finden.

  4. Unter dem Punkt „Contra“ fehlen meiner Meinung nach noch zwei wichtige Ergänzungen: Hoher Preis und Hohe Reparaturanfälligkeit.

    Ich habe einen GPSMap 64st für über 400 EUR gekauft. Gemessen an seinen schwachen Leistungen (u.a. zu kleines Display mit zu geringer Auflösung, mäßige Empfangseigenschaften, geringe Akkulaufzeit etc.) und im Vergleich zu anderen Fabrikaten ist dieser Preis einfach VIEL zu hoch!

    Des Weiteren wurde mein Gerät bereits eine Woche nach dem Kauf wegen eines technischen Defektes ausgetauscht. Heute, gut 29 Monate nach dem Kauf, ist es wieder defekt, die USB Schnittstelle funktioniert nicht mehr, womit das Gerät nur noch zu 50% zu gebrauchen ist. Ich bin weiß Gott kein Hardcoreuser sondern nutze das Gerät eher selten und gehe sorgfältig damit um. Es wird weder nass noch ist es Stößen oder Stürzen ausgesetzt. Es scheint mir eher ein Outdoor Gerät zu sein,das in Watte gepackt werden möchte! Garmin bietet mir nun „großzügig“ einen (O-Ton) „vergünstigten Austausch“ für 203,00 EUR an.

    Ich kann daher nur dringend abraten dieses Gerät zu kaufen. Ich werde mich natürlich NICHT für den Austausch entscheiden sondern mich nach einem alternativen Gerät umsehen, natürlich NICHT von Garmin.

    VG

    • Kann ich so nicht bestätigen. Habe das 64s seit 1 1/2 Jahren und bin sehr zufrieden damit. Zugegeben die Akkulaufzeit könnte besser sein – ich hab’s jetzt noch nicht exakt getestet, die 12 Stunden erreiche ich auch nicht. Allerdings fährt man im Normalfall auch keine 12 Stunden. Ich bin im letzten September den Stoneman Miriquidi gefahren, pro Tag waren das schon mal 8 Stunden und da war noch genügend Reserve. Zudem habe ich immer einen Satz schwarze Eneloops dabei – für den Notefall

      Was die Anfälligkeit betrifft – auch hier bin ich zufrieden – hab’s zwar nach einem halben Jahr geschrottet (Sturz auf Asphalt), da war neben den Rippen auch das 64s defekt, dumm auf’s Glas gefallen und gesplittert. Ansonsten muss es schon regelmäßig ordentlich was aushalten – Wurzeltrails und größere Steine, schlamm, etc.. Das passt alles, von in Watte packen kann da keine Rede sein!

  5. Hallo,
    ich habe mir für Mountainbike-Touren das GPS 64s bestellt und bin mir nicht sicher, ob man mit den Edge-Modellen besser beraten ist. Kann man beim 64s auch den Geschwindigkeitssensor über Ant+ koppeln? Was bringt der Sensor für Vorteile im Vergleich zur GPS-Geschwindigkeit?

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