Eine Smartwatch als Fitness Tracker und zur Navigation am Fahrrad. In diesem Review teste ich die TicWatch Pro mit Wear OS ausführlich in der Praxis.

Fitness, Navigation sowie Info- und Steuerzentrale am Handgelenk. Eine Smartwatch mit der Flexibilität Ihrer Apps verspricht alles.

Was für eine Smartwatch und gegen einen Fitness Tracker spricht erfährst du in diesem Testbericht.

Die Smartwatch vom iPhone Hersteller habe ich bereits im Apple Watch Praxistest angeschaut.

Transparenzhinweis:
Die TicWatch Pro wurde mir auf meine Anfrage hin kostenlos und ohne Auflagen vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

TicWatch Pro Highlights

Funktionen oder Ausstattungen, die ich spannend finde und eine genauere Betrachtung verdienen:

  • Pulssensor, GPS
  • Dual Display
  • Aktuelle Wear OS Version
  • Mit 250 Euro ein akzeptabler Preis

Hardware der TicWatch Pro

Die Smartwatch ist wahlweise in schwarz oder silber erhältlich und hat einen Durchmesser von 45 mm und ist 14,6 mm dick. Ohne Armband wiegt sie 57 Gramm.

TicWatch Pro auf der Waage
Das Gewicht der TicWatch Pro ist dank Kunststoffgehäuse schön niedrig

Im Inneren sorgt der Snapdragon-Prozessor Wear 2100, dem 512 MB RAM zur Seite stehen für Leistung. Das reicht nicht immer für eine super flüssige Bedienung. Im Test musste ich ab und zu mit etwas Verzögerungen zurechtkommen.

Der interne Speicher für Apps, Musik und Daten ist 4 GB groß.

Die TicWatch Pro ist per Touchscreen und über zwei physische Knöpfe steuerbar sowie per Sprachassistenten Google Assistant (wenn Internet verfügbar ist).
Der untere Knopf lässt sich mit einer App belegen, die so mit nur einem Druck geöffnet wird.

Ein Mobilfunkmodul für die eigenständige Netzverbindung fehlt, was ich aber nicht schlimm finde. Für mich ist eine Smartwatch eine Ergänzung des Smartphones, kein Ersatz.

Die Verbindung nach außen wird per Bluetooth 4.2 und WLAN (2,4 GHz) hergestellt.

Dank NFC-Chip erlaubt die Uhr bargeldloses Bezahlen über den Dienst Google Pay.

Die Lünette und die hintere Abdeckung der TicWatch Pro bestehen aus Edelstahl. Beim restlichen Gehäuse verwendet Mobvoi hartes Nylon, das mit Glasfasern verstärkt ist.

Das Armband besteht aus einer Mischung aus Silikon und Leder. Gefiel mir jetzt nicht so toll, da zu steif und das Leder hat schon nach kurzer Zeit deutliche Gebrauchsspuren gezeigt.

Armband der TicWatch Pro lässt sich dank Schnellverschlüssen schnell wechseln
Armband der TicWatch Pro lässt sich dank Schnellverschlüssen schnell wechseln

Ist aber kein Problem. Du kannst beliebige Standard-Armbänder mit 22 mm Breite nutzen.

Ich konnte mich nicht entscheiden und wechsle jetzt zwischen einem leichten magnetischen Mash-Armband und einem edlen Metall-Glieder Armband. Dank der Schnellverschlüsse geht der Armband-Wechsel in Minuten.

Der fest eingebaute 415 mAh große Akku wird mit dem magnetischen Ladedock aufgeladen.

Aufladen vom Akku über magnetisches Ladeschale
Aufladen vom Akku über magnetisches Ladeschale

Display

Mobvoi setzt bei der TicWatch Pro – wie auch Casio bei der ProTreck (GPS Radler Vorstellung) – auf ein zweilagiges Display.

Der 1,39-Zoll-Bildschirm der TicWatch Pro besteht aus einem durchsichtigen LCD- und einem OLED-Panel.

Der Clou: Im Leerlauf und „Essential Mode“ ist nur das LC-Display aktiv und zeigt Uhrzeit, Datum, Schrittzahl Akkuladestand und Herzschlag an.

Der Basis Modus als stromsparender LCD-Bildschirm über dem OLED Display
Der Essential Modus als stromsparender LCD-Bildschirm über dem OLED Display

Dieses Display ist nicht mit Watchfaces anpassbar. Fitnessdaten stammen immer von der TicWatch eigenen App. Damit können sich Differenzen zwischen der Anzeige auf dem LCD und einer anderen Fitness App, beispielsweise Google Fit, ergeben.

Wechselt man mit einem Fingertipp auf das Display in den „Smart Mode“, wird die TicWatch Pro zu einer vollwertigen Smartwatch. Dann ist auf dem OLED-Panel mit einer Auflösung von 400 x 400 Pixeln die gesamte Welt der Google Wear OS Apps verfügbar.

Google Play Store auf der TicWatch Pro
Smartwatch Apps über den Play Store auf der Uhr verwalten

Beide Displays sind gut ablesbar. Bei Nutzung ohne stromintensive Anwendungen (wie Aktivitäten Tracking mit Pulsmessung oder Musikhören) hielt die Smartwatch im Test zwei Tage durch. Laut Hersteller sollen bis zu fünf Tage drin sein.

Bei Sport Aufzeichnung mit Google Fit oder Strava war nach rund 5 Stunden Dauertracking Schluss

TicWatch Pro Software

Als Betriebssystem kommt Wear OS von Google zum Einsatz. Früher hieß das Android Wear. Nachdem die Wearables aber auch in Verbindung mit dem iPhone funktionieren, musste das „Android“ aus dem Namen weichen.

Während dem Test war die aktuellste Version Wear OS 1.5 auf der Uhr installiert.

Die Uhr ist mit vielen Android- (ab 4.4) und iOS-Geräten (ab 9.3) kompatibel.

Die Software Anpassungen von TicWatch sind erfreulich gering, was mit verantwortlich ist für die schnellen Updates.

Es gibt TicWatch eigene Ziffernblätter und die Fitness App.

Mit dem Smartphone wird über die Wear OS App gekoppelt.

TicWatch mit der Google Wear OS koppeln
TicWatch mit der Google Wear OS koppeln

Und dann wäre da noch die Mobvoi App als Ergänzung auf dem Smartphone.
So wie ich das gesehen habe kannst du damit die Fitness auswerten. Bei mir ist aber schon das Anlegen vom zwingend notwendigen Mobvoi-Account gescheitert. Ich habe nie eine Mail mit dem Login-Code bekommen.

Mobvoi App - leider ohne Zugangscode
Mobvoi App – leider ohne Zugangscode

Egal. Dann nutze ich halt Google Fit, welches auch offen ist für die Verwaltung von Workouts aus Geräten anderer Hersteller.

Mitgelieferte Systemapps kannst du zwar nicht deinstallieren aber deaktivieren. Ich habe das beispielsweise mit der Mobvoi Fitness App gemacht. Schließlich muss ich nicht mit zwei Apps tracken, wenn ich schon Google FIT nutze.

Google selbst integriert ganz schön viele der eigenen Apps im Betriebssystem.

Zu den einzelnen Wear OS Apps die für Radfahrer interessant sind, werde ich künftig getrennte Artikel veröffentlichen.

Pulsmessung, GPS

Der eingebaute optische Puls Sensor verfügt über zwei grüne LEDs und den Sensor in der Mitte.

TicWatch Pro Pulssensor
Der TicWatch Pro Pulssensor mit 2 LEDs

Zum testen der Qualität der Herzfrequenzmessung habe ich eine Radtour mit Strava auf der Uhr (ohne BT Verbindung zum Smartphone) aufgezeichnet und parallel mit Garmin Edge 1030 (zum Praxistest) die Daten vom Wahoo TICKR Brustgurt (zum Praxistest) gespeichert.

Vergleich der Pulsaufzeichnung
Vergleich der Pulsaufzeichnung: Rot: TicWatch Pro Blau: Wahoo TICKR Brustgurt – Klick macht groß!

Gut zu erkennen sind die gelegentlichen Abfälle der TicWatch Pro. Besonders deutlich wird das gegen Ende. Da ging es den Berg rauf, der Puls stieg also und die TicWatch bleibt noch lange (~30 s) unten um dann schnell wieder aufzuholen.
Das kam im Test gelegentlich vor, ließ sich aber nicht reproduzieren und auch ein System konnte ich nicht erkennen.

Beide Geräte haben auch die Strecke per GPS aufgezeichnet. Hier ein Detail des Vergleichs der GPS-Tracks:

GPS Aufzeichnung im Vergleich
GPS Aufzeichnung im Vergleich: Rot: TickWatch Pro; Blau: Garmin Edge 1030 – Klick macht groß!

Beide Aufzeichnungen waren extrem eng beisammen. Hier im Bild erkennt man, das die TicWatch den Bogen der Kehre etwas weiter zeichnet, während der Garmin fast schon abschneidet. Für die Praxis haben die Unterschiede keine Relevanz.

Die guten Ergebnis decken sich mit den anderen Aufzeichnungen im Testzeitraum. Auch andere Apps lieferten vergleichbare Daten, was auf die Qualität der TicWatch Hardware schließen lässt.

In sofern lässt sich anhand meiner GPS und HR Testergebnisse zusammenfassen: Sowohl der Pulsmesser als auch der GPS-Empfänger liefern für Radfahrer ausreichend genaue und sehr gut nutzbare Werte.

In den Einstellungen kannst du zwar einen externen Brustgurt koppeln. Er blieb bei mir dann aber immer auf „Nicht verfügbar“. Eine generelle Integration eines externen Pulssensors statt der eingebauten optischen Messung ist also nicht möglich.

Versuch, externe Herzfrequenz Sensoren mit TicWatch Pro zu koppeln
Versuch, externe Herzfrequenz Sensoren mit TicWatch Pro zu koppeln

Standardmäßig kann Googles Wear OS die ermittelten Pulswerte nicht per Bluetooth an andere Geräte weiterleiten. So wie ich das hier mit einer Garmin Uhr zeige. Im Play Store habe ich auch keine App gefunden, mit der man dies nachrüsten kann.

TicWatch Pro Erfahrungen

Die untere Hardware-Taste ist ideal um eine Aktivität ohne Touchscreen aufzuzeichnen.
Legst du beispielsweise das Fit-Training darauf, startest du mit dem ersten drücken die Google Fit App, mit dem zweiten wählst du die letzte Aktivität und mit dem dritten drücken startest du die Aufzeichnung.
Mit Strava funktioniert das sogar mit nur zwei Tastenbetätigungen.

Um auf Anrufe oder Meldungen hinzuweisen besitzt die TicWatch Pro auch einen Vibrationsalarm. Für mein Gefühl ist der aber etwas schwach ausgelegt. Gerade beim Radfahren spürt man die Vibration am Handgelenk kaum.

TicWatch Pro im Wald
Die TicWatch Pro schafft den Spagat zwischen Smartwatch und Fitnes-Uhr sehr gut

Aber wo liegt jetzt der Vorteil einer Smartwatch gegenüber einem reinen Fitness Wearable wie etwa einer Garmin Fenix?
Wie beim Smartphone hast du die Wahl zwischen vielen verschiedenen Apps statt auf das einzige System des Herstellers festgelegt zu sein.

Stärken
  • Doppeldisplay spart Strom
  • Hardware Ausstattung (HR, GPS, NFC)
  • Preis
Schwächen
  • Prozessor Performance
  • schwacher Vibrationsalarm

TicWatch Pro kaufen – ja oder nein?

Die gebotene Hardware und Ausstattung ist wirklich gut. Das Design finde ich klassisch funktional.

Wer eine Smartwatch sowohl für den Alltag als auch für den Sport sucht bekommt mit der TicWatch Pro einen guten Begleiter zum attraktiven Preis.

Praxistest Bewertung
Funktion
Verarbeitung
Preis

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