Garmin eTrex 30 im Praxistest
Veröffentlicht: — Letzte Aktualisierung: 1. Januar 2017
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Wandern, Radfahren oder Geocaching. Eine GPS Navigation gehört zu vielen Freizeitbeschäftigungen dazu. Das Review klärt wie gut der GPS Empfänger bei verschiedenen Outdoor Aktivitäten ist.

Mit der eTrex Reihe bietet Garmin kleine Outdoorgeräte mit robuster Verarbeitung, langer Batterielaufzeit und Kartenunterstützung zum attraktiven Preis an.

Wie gut schlägt sich die eTrex Reihe in der Praxis?

Ich habe mich zu Fuß und mit dem Fahrrad aufgemacht, um das mit einem Garmin eTrex 30* herauszufinden.

eTrex im Outdoor Einsatz
eTrex im Outdoor Einsatz

Zum Testzeitpunkt war Firmware 3.20 aktuell.

Funktionsumfang und erster Eindruck

Beim Ersten einschalten fällt der Blick sofort auf das kleine Display. Sicherlich ist dies auch dem Preis geschuldet, sorgt aber im Wesentlichen für die lange Batterielaufzeit. Unabhängig von der Größe ist die Ablesbarkeit des Displays extrem wichtig. Auch in der Sonne will der Wanderer und Fahrradfahrer alle Informationen auf dem Display schnell erfassen können. Hier punktet das eTrex richtig.

eTrex Dashboard Ansicht
eTrex Dashboard Ansicht

Das Gehäuse welches nach IPX7 gegen Witterungseinflüsse geschützt ist, liegt richtig gut in der Hand. Alle Bedientasten sind mit einer Hand gut erreichbar. Über den verbauten Navigations-Chipsatz schweigt sich Garmin aus. Entscheiden ist, dass er mit GPS und GLONASS Empfang sowie der Nutzung von WAAS/EGNOS Korrektursignalen über beste Voraussetzungen verfügt. Ein Abreißen des Satellitensignals konnte nur in geschlossenen Räumen beobachte werden.

Steigert GLONASS die Empfangsqualität?

Im direkten Vergleich GLONASS aktiv bzw. nicht aktiv zeigten sich nur sehr geringe Unterschiede. Die angezeigte Genauigkeit (CEP) lässt zwar auf höhere Präzision hoffen. Legt man aber mehrere Tracks übereinander, beschränken sich die Unterschiede auf normale Toleranzen. Zumindest im von mir getesteten Gelände (Wald, Wiese und Stadt). Erst unter ungünstigen Bedingungen (tiefe Schluchten) wird die Kombination aus GPS und GLONASS ihre Vorteile ausspielen.

Nur GPS und GPS und GLONASS aktiv
Nur GPS und GPS und GLONASS aktiv

Die CPU ist, sicher aus Kostengründen, etwas schwachbrüstig. Am deutlichsten merkt man das beim Verschieben und zoomen der Karte. Übrigens unabhängig davon ob die Kartendatei im Gerätespeicher oder auf der SD Karte liegt. Auch beim Gerätestart ist etwas Geduld nötig.

Steckt man während dem Laufen den Garmin in die Hosentasche kommt es zu unbeabsichtigen Bedienungen durch den Joystick. Leider fehlt bei der eTrex Serie eine Tastensperre um dies zu verhindern.

Akku und Laufzeit

Akkus im eTrex 30
Akkus im eTrex 30

Die Batterielaufzeit ist super. An die von Garmin angegebenen 25 Stunden kam ich zwar nie ran. Das liegt aber sicher am häufig aktivierten Display und den normalen Einsatzbedingungen. Mit eneloop Akkus erreichte ich Laufzeiten von 10 bis 16 Stunden.

Kurz zusammengefasst ist ab dem eTrex 20 alles an Ausstattung drin, was man braucht. Die Software läuft stabil. Im Test hatte ich weder einen Absturz noch einen Hänger.

Welches eTrex Gerät wählen?

Garmin eTrex 10 (Foto: Garmin)
Garmin eTrex 10 (Foto: Garmin)

Die aktuelle eTrex Serie besteht aus drei Modellen.

Das eTrex 10* ist mit seinem niedrig auflösenden Graustufendisplay und dem fehlenden Kartenslot nicht mehr ganz Zeitgemäß. Dafür ist es für rund 100 Euro zu bekommen.

Garmin eTrex 20 (Foto: Garmin)
Garmin eTrex 20 (Foto: Garmin)

Ab dem eTrex 20* kommt dann ein Farbdisplay mit höherer Auflösung und eine Möglichkeit, microSD Karten aufnehmen zu können dazu. Auch die Speicher für Routen, Wegpunkte und Tracks sind größer bemessen.

Garmin eTrex 30 (Foto: Garmin)
Garmin eTrex 30 (Foto: Garmin)

Beim hier getesteten Topmodell eTrex 30* ergänzen noch elektronischer Kompass und barometrischer Höhenmesser den Funktionsumfang.

Aber welches eTrex soll man jetzt nehmen?

Zum 10er würde ich nicht raten. Das ist doch zu sehr abgespeckt und wird auf Dauer nicht glücklich machen.

Das 30er macht nur Sinn, wenn Kompass oder Höhenmesser wirklich benötigt werden. Beim Geocaching beispielsweise macht der Kompass Sinn, um auch im Stand den Cache anpeilen zu können.

Für alle anderen Nutzer und Einsatzgebiete ist das eTrex 20 die beste Wahl. Ausreichend Funktionen zum besten Preis.

Garmin eTrex am Fahrrad

Für die eTrex Reihe bietet Garmin eine Fahrrad-Lenker-Halterung*, die sich leicht befestigen lässt und in die das Navigationsgerät einfach eingerastet wird.

Um die Stromversorgung muss man sich keine Gedanken machen. Die zwei Akkus halten lange genug durch. Sollten trotzdem längere Touren anstehen, lässt sich die Laufzeit mit dem Nabendynamo und dem E-Werk* (Zum Praxistest) verlängern. Ein Laden der Akkus im Garmin ist damit aber nicht möglich. Die internen Batterien werden während der Fahrt geschont.

Garmin eTrex 30 am E-Werk
Garmin eTrex 30 am E-Werk

Fahrradnavigation gehört aber nicht zu den Stärken des Garmin eTrex. Das liegt hauptsächlich an der Bedienung. Ist man zu Fuß unterwegs, ist die Menüsteuerung mit einer Hand über den Joystick noch gut möglich.

Daumenbedienung gut für Rechtshänder
Daumenbedienung gut für Rechtshänder

Am Fahrradlenker wird das blättern und bestätigen während der Fahrt zum Glücksspiel. Soll nur eine Route abgefahren oder die Radtour aufgezeichnet werden, so geht das noch. Größere Aktionen im Menü oder auf der Karte sind dagegen mühsam. Reine Tastengeräte oder gute Touchscreens bieten mehr Komfort bei der Fahrradnavigation.

Die richtige Karte für das eTrex

Für die kartentauglichen Modelle eTrex 20 und 30 stellt sich die Frage nach der besten Karte. Ab Werk ist eine Basemap installiert, die aber nicht sehr hilfreich ist. Die neue eTrex Generation unterstützt jetzt mehrere Karten. Speicherort kann wahlweise intern oder auf der microSD Karte sein. Passend zum Einsatzzweck wird die beste Karte aktiviert oder deaktiviert.

Meist wird im Handel ein Paket aus eTrex und einer Topo-Light Region angeboten. So kommt man in den Genuss einer topografischen Karte, welche zumindest für den Anfang reicht.

Garmin selbst bietet für gut 100 Euro die Topo Deutschland* an. Die Unterschiede zur kostenpflichtigen Topo-Deutschland bestehen in einem insgesamt einfacheren Kartenbild. Zudem werden unterschiedliche Beschaffenheiten von kleinen Wegen nicht angezeigt, Höhenlinien im 200 m statt 25 m Abstand angezeigt und es fehlen ADFC-Radwege und markierte Wanderwege.

Statt in die Garmin Topo Deutschland Karte zu investieren und so den Gerätepreis fast zu verdoppeln bieten freie OpenStreetMap (OSM) Karten ebenfalls hervorragendes, detailliertes Kartenmaterial. Ich habe mir zusätzlich die Freizeitkarte und die Velomap auf die Speicherkarte kopiert. Beide basieren auf OSM Daten, sind kostenlos und werden regelmäßig aktualisiert.

Vergleich Topo-Light – Freizeitkarte – Velomap (vlnr)
Vergleich Topo-Light – Freizeitkarte – Velomap (vlnr)

Persönliches Fazit

Stärken
  • Display gut ablesbar
  • Großes Kartenangebot
  • Stabile Software
  • Lange Batterielaufzeit
  • Speichererweiterung per microSD
Schwächen
  • Leistungsschwacher Prozessor
  • Fehlende Tastensperre
Praxistest Bewertung
GPS-Empfangsqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
Karten
Ausstattung
Verarbeitung
Preis

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