Ein robustes Android Smartphone mit starkem Akku und Fahrradhalterung. Was das Land Rover Explore so besonders für den Radfahrer macht, erfährst du hier im Review.

Mit dem Smartphone auf Radtour. Dank toller Apps machen das immer mehr Radfahrer.

Leider ist die Hardware vieler Smartphones nicht wirklich für den harten Einsatz am Fahrrad ausgelegt.

  • Der Akku ist zu klein
  • Das Gerät ist nicht wasserdicht und zu empfindlich
  • Keine ordentliche Fahrradhalterung verfügbar

Unter dem Markennamen Land Rover bringt die Bullitt Group, die auch die CAT Telefone vertreibt, ein Smartphone auf den Markt, dass in allen genannten Punkten eine Verbesserung bietet.

Auf der ISPO hatte ich das Gerät bereits in der Hand und habe es in diesem News-Artikel vorgestellt. Jetzt also der echte Test in der Praxis.

Transparenzhinweis:
Das Testgerät wurde mir auf meine Anfrage hin kostenlos und ohne Auflagen von der PR Agentur des Herstellers zur Verfügung gestellt.

Land Rover Explore Highlights

Die Besonderheiten vom Land Rover Explore Android Smartphone sind:

  • Robustes Gehäuse
  • Outdoortaugliches Display
  • Großer Akku
  • Zusätzlicher externer Akku
  • Richtige GPS Antenne
  • Fahrradhalterung

Land Rover Explore Hardware

Bereits auf den ersten Blick sieht man dem Land Rover Explore seine Outdoor Eignung an. Das Design ist robust aber auch edel. An der linken Seite sind Lautstärke-Tasten und Power Button. Diese sind aus Metall und dank eingefrästem Muster sehr griffig.

Das Smartphone ist 152 × 75,3 × 14 Millimeter groß und wiegt 232 Gramm.

iPhone 7 und Land Rover Explore im Vergleich
iPhone 7 und Land Rover Explore im Größen-Vergleich

Im Vergleich zu einem iPhone sieht man besonders die Dicke deutlich.

Land Rover Explore und iPhone 7 darauf liegend
Land Rover Explore und iPhone 7 darauf liegend

Im Inneren werkelt ein 10-Kern MTK-Chip. Der Helio-X27-SoC des Herstellers Mediatek kann auf 4 GB Arbeitsspeicher zurückgreifen.

Der eingebaute Speicher ist 64 GB groß, was schon mal recht gut ist. Wem das noch zu wenig ist, der kann per microSD Speicherkarte (bis zu 128 GB) erweitern.

Der Lautsprecher ist unterhalb vom Display eingebaut.
Das Design soll an die Front eines Land Rover erinnern

Land Rover Defender mit Land Rover Explore
Land Rover Defender mit Land Rover Explore

Viel wichtiger ist, dass der Sound in Richtung des Nutzers abgegeben wird. So kannst du Sprachansagen von Naviapps gut verstehen.
Noch besser geht es mit einem smarten Helm mit eingebauten Lautsprechern, etwa von Livall, Coros oder Sena.

Unten am Handy ist ein moderner USB-Typ-C-Anschluss. Bei dem robusten Design ist oben auch noch Platz für eine 3,5 mm Kopfhörerbuchse.

Rauhe Umgebung macht dem Land Rover Explore nichts aus
Rauhe Umgebung macht dem Land Rover Explore nichts aus

Wie sich das für ein Outdoor Handy gehört, ist das Land Rover Explore nach IP68 geschützt und erfüllt zusätzlich einige Punkte der Militärnorm MIL SPEC 810G. Temperaturschwankungen zwischen minus 30 und plus 65 Grad sind ebenso kein Problem wie Feuchtigkeit und Salznebel. Gegen Vibrationen ist es nach Kategorie 4 geschützt.

Software Ausstattung

Als Betriebssystem dient Android. Aktuell wird Version 7.1 ausgeliefert. Ein Update auf Android 8 Oreo wurde in Aussicht gestellt.

Auf eigene Anpassungen, die wenig bringen und Updates verzögern, hat der Hersteller glücklicherweise verzichtet.

Einziges Land Rover spezifisches Software-Element ist das Dashboard.

Das flexibel auf dem Bildschirm platzierbare Dashboard
Das flexibel auf dem Bildschirm platzierbare Dashboard

Die Besonderheit ist, dass es reduziert auf einen runden Button auf dem Display über jeder App schwebt und mit antippen groß wird.

Auf dem Dashboard kannst du dir Outdoor relevante Infos und Wetterdaten anzeigen lassen. Für Sportler ist da aber wenig brauchbares dabei.

Adventure Pack

Eine Besonderheit beim Land Rover Smartphone ist der Adventure Pack und dessen Befestigung.

Der zum Standard Lieferumfang gehörende Adventure Pack enthält einen 3.620 mAh großen Zusatzakku und eine GPS Antenne.

Land Rover Explore Lieferumfang mit Advanture Pack in der Mitte
Land Rover Explore Lieferumfang mit Advanture Pack in der Mitte

Wieso eine externe GPS-Antenne? Im Smartphone ist doch ein GPS Empfänger eingebaut. Das stimmt, auch ohne Adventure Pack kannst du navigieren. Aber die in Smartphones eingebauten GPS Antennen sind winzig und können ohne Zusatzinformationen von WLAN und Mobilfunk die Position in schwierigem Gelände nicht so gut bestimmen.
In der Wildnis hilft da eine ordentliche GPS Patch Antenne, wie sie auch bei Garmin verwendet wird.

Befestigt wird der Adventure Pack magnetisch. Die elektrische Verbindung erfolgt über acht vergoldete Kontaktpunkte unterhalb der Kamera.

Die Kontakte für Erweiterungs Packs
Die Kontakte für Erweiterungs Packs

Zum verbinden einfach Adventure Pack hinten auflegen und die Verbindung über Magnet sitzt stabil. Zumindest so lange bis ich die Hülle aufgezogen habe. In den meisten Fällen kam bei mir die Meldung „Adventure Pack getrennt“. Nur wenn ich vorsichtig zuerst die Unterseite eingelegt habe und anschließend die Oberkante reingedrückt habe, dann hat die Verbindung meist geklappt.

So eine Magnetverbindung ist zwar praktisch, aber ist es für den gewünschten Zweck auch die Passende?

GPS-Genauigkeit

Land Rover Explore GPS Vergleich
Land Rover Explore GPS Vergleich (Klick macht groß)

Ich bin zum testen der GPS-Präzision eine Runde mit Adventure Pack und eine ohne gefahren.

Dabei war das Telefon am Lenker montiert und im Flugmodus. Aufgezeichnet habe ich mit der App GPS Logger.

Zum Vergleich waren noch ein Garmin Oregon und ein Lezyne Mega C dabei.

Im bayerischen Wald ging es auf schönen Trails entlang der Nagelsteiner Wasserfällen in einem Tal mit vielen Bäumen.

Wie du an der Aufzeichnung (Klick macht groß) erkennen kannst, sind da keine signifikanten Unterschiede zu sehen. Alle Tracks liegen mehr oder weniger beisamen und mal ist der eine am Rand, mal der andere.

Mein GPS-Genauigkeits-Fazit:
Wenn das Land Rover Smartphone am Lenker positioniert ist, profitiert die GPS Genauigkeit nicht von der GPS-Zusatzantenne im Adventure Pack.

Display Land Rover Explore

Das entscheidende Element um beim Radfahren die Anzeige erkennen zu können ist ein gutes Display.
Es muss im schattigen Wald genauso gut ablesbar sein wie in der prallen Sonne.

Land Rover baut ein 5 Zoll Display mit Full-HD Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und transflexiver Technologie ein.

Die Helligkeit wird über einen Sensor an die Lichtverhältnisse angepasst. Die Basishelligkeit von der aus geregelt wird kannst du über den Schieberegler einstellen.

In der Praxis konnte mich das Land Rover Display überzeugen.

Ich bin während der Testwochen in der prallen Sonne, bei wechselnden Lichtbedingungen im Wald, in der Dämmerung und durch die Stadt gefahren.

Natürlich gibt es, wie bei jeder Navi, immer mal eine Situation wo die Sonne so komisch steht, dass man nichts auf dem Bildschirm lesen kann.

Die größten Probleme beim erkennen hatte ich, wenn der Bildschirm von fettigen Finger verschmiert war. Ein Display-Putztuch im Gepäck kann nicht schaden

Land Rover Explore in der Sonne mit Fettfinger Abdruck
Land Rover Explore in der Sonne mit Fettfinger Abdruck

Ohne manuelles eingreifen bei der Beleuchtung konnte ich das Display immer gut ablesen.

Auch im Regen kann man das Display mit nassen Fingern noch bedienen. Erst wenn es richtig schüttet fängt das Display an sich selbst zu bedienen und die Erkennungsrate geht in den Keller.

Land Rover Explore Akku

Zweiter, entscheidender Faktor bei einem Smartphone am Fahrrad ist die Akkulaufzeit. Großer Prozessor, Verbindung zu Sensoren und die Beleuchtung eines großen Displays saugen am Stromspeicher.

Der fest verbaute Akku des Land Rover Explore hat eine Kapazität von 4.000 mAh und unterstützt die Schnellladetechnologie Pump Express des Chip-Herstellers Mediatek.

Das Adventure Pack bringt noch mal 3.620 mAh dazu.

Geladen werden beide per USB-C. Das Telefon kann das Adventure Pack nicht laden.
Wenn du den Ladestecker ins PowerPack steckst, kannst du beide Akkus gleichzeitig laden.

USB-C Stecker in den Land Rover Adventure Pack
USB-C Stecker in den Adventure Pack und beide Akkus werden geladen

Bei angeschlossenem Adventure Pack wird erst der interne Akku geladen und auf etwa 99 Prozent gehalten. Erst wenn der externe Akku leer ist, greift das Land Rover auf den internen Stromspeicher zu. Ein Verhalten wie bei jeder normalen Powerbank.

Ohne Zusatzakku im Adventure Pack bin ich auf der Radtour mit Navigation und permanent eingeschaltetem Display mittlerer Helligkeit auf rund 10 Stunden Akkulaufzeit gekommen.

Bei montiertem Zusatzakku waren es dann sogar rund 17 Stunden Akkulaufzeit.

Das ist selbst für eine GPS Navigation ein super Wert. Für ein Smartphone im Navi-Einsatz geradezu sensationell.

Land Rover Explore Sensoren

Welche für Radfahrer und Sportler relevanten Sensoren sind im Land Rover Explore eingebaut?

Ganz wichtig natürlich der GPS Sensor. Der empfängt die Satelliten Signale vom US-System, russischen GLONASS und chinesischen Baidu. Daten vom europäische Galileo System können leider nicht genutzt werden.

Für die genaue Höhe ist ein Drucksensor als barometrischer Höhenmesser vorhanden. Da kommt es aber auf die verwendete App an, ob und wie gut die Daten genutzt werden können.

Um externe Fitness Sensoren zu koppeln steht Bluetooth LE zur Verfügung. ANT+ wäre nur mit einem ANT-USB-Dongle möglich, was aber nicht wirklich Sinn macht.

Bluetooth Fitness Sensoren und Land Rover Explore
Bluetooth Fitness Sensoren mit dem Land Rover Explore koppeln

Eine Verbindung habe ich erfolgreich getestet mit:

  • Puls – Wahoo TICKR (Praxistest)
  • Puls – Polar H10 (Praxistest)
  • Puls – Polar OH1
  • Puls – BerryKing Sportbeat
  • Trittfrequenz – Wahoo RPM (Praxistest)
Bluetooth Fitness Sensoren koppeln
Bluetooth Fitness Sensoren koppeln

Bike Kit für Land Rover Explore

In der Basis Variante ist das Land Rover Explore ein Outdoor Smartphone. An der Hülle kannst du den mitgelieferten Karabiner einrasten, der am Wanderrucksack praktisch ist.

Soll es am Fahrrad zum Einsatz kommen, brauchst du noch eine Fahrrad-Halterung. Die greift auch in die Nut der Hülle.

Bike Kit als Zubehör für das Land Rover Explore
Bike Kit als Zubehör für das Land Rover Explore

Als Zubehör bietet Land Rover das Bike Kit für rund 35 Euro an. Darin enthalten sind:

  • Hülle für das Smartphone ohne Adventure Pack
  • Ahead Vorbau Halterung
  • Klemme für Lenker

Die Vorbau Halterung montierst du einfach anstelle der Kappe auf dem Ahead Vorbau.

Basishalterung auf dem Ahead Vorbau
Basishalterung auf dem Ahead Vorbau

Wenn du einen anderen Vorbau hast, brauchst du die Kunststoff Klemme. Damit schaut das nicht mehr ganz so schick aus. Gefühlt ist es auch nicht so stabil. In der Praxis hat aber auch diese Kombination gehalten.

Alternative Lenkerhalterung für das Land Rover Explore
Alternative Lenkerhalterung für das Land Rover Explore

Trotzdem habe ich statt dessen lieber die Pano-Halterung von Topeak* genommen. Die nutzen das selbe System – mit einer kleinen Änderung. Bei Topeak sind am Ende zwei kleine Nasen, die verhindert, dass du die Halterung ganz reinschieben kannst.

Umbau der Topeak Halterung für das Land Rover
Umbau der Topeak Halterung für das Land Rover

Mit einem Bastelmesser die Nasen entfernen und schon sitzt das Land Rover Explore stabil in der Topeak Halterung.

Land Rover Explore mit Topeak Pano-Halterung
Land Rover Explore mit Topeak Pano-Halterung am Lenker befestigt

Spartipp:
Wenn du keine kleine Hülle für das Smartphone ohne Adventure Pack brauchst, kannst du auf das Land Rover Bike Kit verzichten und dir günstig die Fahrradhalterung Topeak Ridecase II* oder die oben genannte Pano Halterung kaufen und das Land Rover Explore so am Fahrrad nutzen.

Viewranger App

Bereits installiert ist die ViewRanger App, welche das Rückgrat der Outdoor-Navigation bilden soll.

Zur App werde ich in diesem Praxistest aber nichts ausführliches schreiben. Es handelt sich um die ganz normale Version, die du auch im App Store kostenlos herunterladen kannst.

Einziger Unterschied: Beim Land Rover Telefon liegt ein Gutschein-Code bei, für den du Premium Karten kostenlos laden kannst.

ViewRanger App mit Karten-Code für Land Rover Explore
ViewRanger App mit Karten-Code für Land Rover Explore

Entweder du wählst eine komplette Länderkarte oder du entscheidest dich für Credits. Mit diesem Guthaben kannst du dir dann kleine Kartenausschnitte kaufen. Verteilt über alle Länder. So kannst du dir passend zu deinen Touren die Karten zusammenstellen wie du es brauchst.

Land Rover Explore Erfahrungen

Sobald du das Adventure Pack mit Zusatzakku und besserer GPS-Antenne mit dem Telefon verbindest bekommst du die Info, dass jetzt die externe GPS Antenne genutzt wird.
Anschließend poppt noch die Frage auf, ob du ViewRanger starten möchtest. Auf Dauer hat mich diese Frage genervt. Kannst du aber in den Einstellungen auf eine andere App umstellen oder ganz ausschalten.

Egal ob du die Land Rover oder Topeak Halterung nutzt, das Smartphone hält super stabil. Auch mit dem schweren Adventure Pack hat es einige heftige Single Trails mit dem Mountainbike problemlos überstanden.

Stabiler Sitz, bis eine rechts- links Kippbewegung hinzukommt
Stabiler Sitz, bis eine rechts- links Kippbewegung hinzukommt

Kommt allerdings eine Kippbewegung ins Spiel, löst sich die Hülle vom Halter. Das kannst du mit der Hand testen. Bei einem Sturz auf einem Trail im bayerischen Wald lag das Telefon dann samt Hülle neben dem Rad. Fand ich jetzt aber nicht schlimm. Denn besser ein ausgeclipstes Telefon wieder aufsammeln als eine gebrochene Halterung, Hülle oder gar kaputtes Telefon.

Stärken
  • lange Akkulaufzeit
  • top Display
  • guter GPS Empfang
  • vollwertiges Android System
Schwächen
  • Gewicht
  • Magnetische Zusatzpack-Halterung
  • Preis

Land Rover Explore kaufen – ja oder nein?

Wenn du häufig draußen unterwegs bist und bei der Navigation verschiedene Apps nutzen möchtest, statt auf ein festes GPS-System festgelegt zu sein, dann ist das Land Rover Explore genau das richtige Smartphone für dich.

Das Land Rover Explore im Outdoor Einsatz
Das Land Rover Explore im Outdoor Einsatz

Wenn es für dich nicht nur eine Outdoor Navigation ist, sondern du das Basis Smartphone auch im Alltag einsetzt, ist auch der Preis (UVP: 650 Euro) akzeptabel. Schließlich kostet dich ein vergleichbares Smartphone ohne Outdoorschutz und Fahrradhalterung auch schon rund 400 Euro.

Praxistest Bewertung
GPS-Empfangsqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
Ausstattung
Verarbeitung
Preis

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  1. Guter Kommentar wie immer,aber überzeugen würde ich mich lieber selbst davon und wenn der Preis zu hoch ist,gibt es andere Alternativen,es sei denn Du bist Profi und fährst jeden Tag in fremdem Gelände.

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