Das Smartphone am Lenker zur Fahrrad Navigation. Soweit nichts Besonderes.
Aber nicht jeder möchte sein teures (Haupt-)Smartphone zur Navigation an den Lenker packen. Zu groß ist die Gefahr, dass es etwa bei einem Sturz beschädigt wird.
Auch hört man immer wieder Geschichten von defekten Kameras, genauer gesagt den Bildstabilisatoren hochwertiger Telefone. Grund dafür sien die dauernden Vibrationen.
Oder man hat die Angst, der Akku ist leer, wenn man das Haupt-Telefon braucht.
Daraus entstand die Idee „Navi-Handy„.
Ein getrenntes Smartphone nur für die Fahrrad-Navigation am Lenker.
Was kostet das Navi-Handy?
So ein getrenntes Smartphone zur Navigation soll nicht zu teuer sein.
Ich habe mir ein Budget von 250 bis 350 Euro gesetzt. Damit würde das Navi Handy im Bereich eines Garmin EDGE Explore 2, Sigma ROX 12.1 EVO oder Wahoo ELEMNT ROAM v2 liegen.
An Kosten sind einzuplanen:
- Smartphone
- Fahrrad Halterung
- Stromversorgung
App Kosten werde ich keine berücksichtigen. Die müsstest du bei Nutzung vom Haupt-Handy auch zahlen.
Smartphone Auswahl
Wichtigster Baustein ist da natürlich das Telefon. Folgende Kriterien sind da wichtig:
- Android Betriebssystem
- Helles Display – Wichtigster Punkt!
- Möglichst großer Akku
- Wasserfest – Mindestens IP54, besser IPx7
- Möglichst aktuelle Android Version, um noch lange mit Updates versorgt zu werden
Aus dem riesigen Angebot an Mittelklasse Handys habe ich im Frühsommer 2024 das Xiaomi Redmi Note 13 4G* ausgewählt.
Lenker Halterung
Während Wahoo, Garmin & Co sich um die Befestigung am Fahrrad Gedanken gemacht haben, musst du das beim Fahrrad selbst tun.
Nachteil der Handys abseits der Top-Liga ist das fehlende Angebot an passgenauen Handy-Hüllen für die Systeme von Fidlock, SP-Connect, QuadLock & Co.
Ich habe mich deshalb für ein Universal Klebepad von SP-Connect* entschieden. Das habe ich auf eine klare Handyhülle für das Note 13* geklebt.
Dazu noch den Handlebar Mount Pro* aus Aluminium.
Dein ganz persönliches Bundle aus Befestigung und Basis Halterung kannst du dir hier zusammenstellen*. Über diesen Link bekommst du auch einen Rabatt an der Kasse abgezogen.
Alternativ gibt es das auch von QuadLock*.
Auch Fidlock bietet ein Set aus Klebepad und Lenker Halterung*.
Stromversorgung
Eine der Schwächen von der Fahrrad Navigation mit Handy ist der hohe Stromverbrauch und die daraus resultierende kurze Akkulaufzeit.
Auch dazu gibt es diverse Lösungen. Angefangen von der einfachen Powerbank bis zur USB-Ladeelektronik am eBike.
Fahrrad Powerbank Test & Vergleich ▷ Welcher Akkupack ist der Beste?
Wenn die Radtour mal wieder länger dauert braucht die Navigation extra Power. Eine einfache Möglichkeit bieten Powerbanks. Die besten Akkus fürs Fahrrad im Vergleich.
🎬 Video
Den ersten Teil vom Projekt Navi-Handy gibt es auch im Video:
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Persönliches Fazit
Nachdem die Hardware bestellt und geliefert wurde, werde ich mich in einem zweiten Teil mit der Montage und Einrichtung beschäftigen.
Was hältst du von einem getrennten Smartphone nur für die Fahrrad Navigation? Schreib mir deine Meinung dazu gerne in die Kommentare.
Ich bin Team „Ein Smartphone für Alles“, habe aber für diese Einstellung auch schon „Lehrgeld“ bezahlen müssen: iPhone, das in hohem Bogen vom Lenker fliegt, weil die Halterungsbefestigung im ruppigen Trail bricht. Häufig leerer Akku, weil Navi-Apps und Displaynutzung den Akku in Windeseile leersaugen, Totalausfall des Betriebssystems, weil Dauerregen trotz Schutzhülle in alle Ritzen und Kabelanschlüsse kriecht und die Elektronik in den Tilt treibt, Notfallmodus wegen zu hoher Sonneneinstrahlung und Temperaturanstiegs.
All das ist extrem ärgerlich unterwegs, haben mich aber bisher nicht davon abgehalten, beim Team One-device-for-all zu bleiben. Ich habe aber auch nicht das teuerste iPhone, sondern „hinke“ technisch gesehen zumeist 3 Generationen hinterher, aktuell ein SE2020. Würde an diesem Setup erstmal nichts ändern wollen.
Mein Urteil: jedes Smartphone ist softwareseitig jedem GPS-Gerät haushoch überlegen, aber hardwaremäßig unterlegen. Da muss man sich halt entscheiden, welcher Aspekt einem wichtiger ist.
Hallo Matthias.
Dank Deines Aufgreifens des „leidigen Themas“ (Smartphone zum Navigieren?), habe ich mir eins zugelegt. Allerdings hat mich immer der Fernseher (6″ und größer) am Fahrrad genervt, deswegen habe ich mir ein 4″ Outdoor-Smartphone gebraucht gekauft (Cubot King Kong Mini2). Das reicht für mich als Navi vollkommen aus. Meine schlanke Powerbank (Nitecore 10000) habe ich mit Klettband am Rahmen befestigt. Nun fühle ich mich sehr gut gerüstet.
Servus… – meiner Einer nutzt ebenso ein „Zweit“-handy zur Navigation. Das Handy – ein älteres Huawei P10 – habe ich mit einem entsprechenden Hardcover versehen und dort ein Klebepad von SKS angebracht. Von SKS habe ich dann einen Halter für’s Handy und einen Halter für eine Zusatzpowerbank von SKS – sozusagen einen Duohalter. Mit dieser Ausstattung – Handy-Akku und Zusatz-Akku – komme ich recht gut zurecht und gut über die Tour. Für alle Fälle habe ich noch eine zusätzliche Powerbank im Gepäck.
Einzig das Thema Wasserdichtigkeit ist und bleibt ein Thema, da das besagte Huawei P10 nicht wasserdicht ist. Aber auch da habe ich für den schlimmsten Fall vorgesorgt und habe mir, ebenso von SKS, eine wasserfesten Case, zugelegt. Dieses Case hat einen passenden Adapter, damit es ebenso an den Halter passt.
Mach ich schon lange, weil mir die Cobi-Navigation meines Riese-Müller e-bike zu blöd ist. Das Cobi-Kabel ist leider zu kurz, aber im Internet gibt es ein ca. 15 cm langes Kabel mit dem richtigen Stecker fürs Display für die Stromversorgung und im Telefonladen einen Adapter, der in mein uraltes Samsung passt. SIM-Card ist nicht weiter wichtig, wylan gibts überall. Mein Alltagshandy bleibt geschützt in der Tasche. Bei starkem Regen kommt ne Plastiktüte drüber.
Die wesentlichen Fahrdaten sind am Display zu sehen, den Rest liefert mir komoot.
Nicht perfekt, aber praktikabel.
Ich fahre seit über 3 Jahren mit einem Navi-Handy ohne Probleme (China outdoor Handy, Akku 5800mAh, wasserfest, 180 Euro). Ich plane meine Touren am PC (bikerouter) und lade dann die gpx Datei aufs Handy. Die Osmand App hat sehr viele Vorteile: ich kann offline navigieren, der Akku hält ca. 4 Tage weil das Display kurz nach einer Abzweigung jeweils dunkel wird und erst ca. 120m vor dem nächsten Richtungswechsel wieder einschaltet. Viele Benutzer reklamieren, dass die Osmand App zu komplziert sei aber mit ein wenig Tech-affin ist es für mich die beste Navi-App. Kosten einmalig ca. 25 Euro Kartenmaterial weltweit.
Hallo Mathias,
ich kann in Bezug deiner Handywahl (Xiaomi Redmi Note 13 4G) einen Punk als nicht erfüllt ansehen sehen:
Wasserfest – Mindestens IP54, besser IPx7
In den technischen Unterlagen vom Xiaomi Redmi Note 13 4G steht überhaupt nichts in diese Richtung.
Da sehe ich dann doch lieber ein Unihertz Atom oder, wie oben ein Cubot, als die bessere Wahl, da robuster für diesen Einsatz, an
Ich denke, wenn es nur als Navi dienen soll ist die Androidversion nicht maßgebend, da reichen auch ältere Versionen.
Gruß
Peter
Hallo Mathias, habe mir ein Blackview BV 6200, Android 13, Akku 13000mAh,Navigation:
GPS/GLONASS/Beidou/Galileo zugelegt, festigt mit Orginal Garmin Halter u. Gegenstück SP Connect Klebeadapter,Erfahrung keinerlei Probleme den ganzen Tag zufahren, habe alledings keine SM Karte verbaut.
Ein System für Navigation und Motorsteuerung halte ich für die beste Lösung. Bosch hat das mit dem Nyon praktiziert, inzwischen scheint Bosch das nicht mehr weiter zu entwickeln – leider. Die Reroutingfunktion ist mangelhaft und in manchen Situationen versagt die Navigation ganz. Da hilft dann nur noch das Smartphone mit der Komoot-App. Schade dass Bosch den Nyonansatz nicht weiter entwickelt, z.B. durch bessere WLAN-Konnektivität und Verbindung zum Smartphone. Kostet halt Geld für die Hardware und Entwickelungskosten bei der Software und das überlässt man den Smartphone-Apps und hat die Verantwortung los.
Warum wird im Artikel eigentlich auf Android als Betriebssystem begrenzt ? Und iPhoner damit etwas an den Rand gedrängt, obwohl da Gerätequalität und Langzeitsupport gegeben sind?
Deutlich teurer und die Top Apps nicht für iOS verfügbar. Siehe Video.
Ich fahre seit mehreren Jahren mit einen separaten Navi-Handy. Ich habe mir dafür ein altes, aber neuwertiges Sony Xperia Z3 Compact gekauft. Vorteile: wasserdicht und eher kleines Display, was mir aber ausreicht. Außerdem gibt es für das Z3C brandaktuelle Custom ROMs, z.B. Carbon ROM. Als App nutze ich Locus Maps und komme damit bei Dauernavigation auf ca. 6h Laufzeit, wenn ich das Display regelmäßig abschalte, auch über 8h. Das Handy läuft permanent im Flugmodus, zum Telefonieren habe ich ja ein zweites. Muss ich mit dem Navi-Handy ins Internet, dann erstelle ich mit dem Ersthandy einen Hotspot. Wenn der Akku schlapp macht, hilft eine kleine, runde Powerbank, um über den Tag zu kommen. Da ich nicht Zelte, kann ich nachts immer alles aufladen. Nachteilig ist eigentlich nur die mäßige Ablesbarkeit bei hellem Sonnenschein.
Du kannst bei locus einstellen, dass der Monitor x Meter vor dem Navigationspunkt oder einem POI angeht und ebenso auch wieder ausgeht.
Über bikerouter planen und mit kostenlosen Freizeitkarten (https://www.freizeitkarte-osm.de/android/de/allgemeines.html) navigieren – so mache ich es.
Bin seit Jahrzehnten Garminer. Mit dem Pedelec kam das Nyon2, das dem Garmin allerdings das Wasser nicht reichen kann. Sowohl von der Tourenplanung wie auch von der Qualität der Karte her. Inzwischen nutze ich das Nyon fast nur noch als Rükfallebene mit Tracks. Auch die Anbindung an Komoot halte ich für nicht geglückt.
Das Phone hat für mich zwei entscheidende Nachteile: Stromverbrauch und Ablesbarkeit des Displays. legt man auf die Erfassung von Sensoren Wert, hakt es beim Phone auch.
interessant ist das Phone für mich wegen der POI- Suche mit Google Maps. Deswegen werde ich mein vorhandenes Blackview für das Rad „umrüsten“. Bin schon gespannt, wie die Softwareausstattung im zweiten Beitrag aussehen wird.
p.s. Wenn er ein Smartphone und Zubehör kaufen muss, erhält man für das Budget auch ein Garmin. Mein neues Edge 830 hat als Auslaufmodell 230 € gekostet.
Für interessierte: Aldi Süd hat nächste Woche ein Xiaomi im Angebot für 80 €.
sorry, nicht Aldi sondern Lidl hat das A3 im Angebot
Viele Jahre habe ich als Navi einen Falk Lux32 genutzt. Seit über einem Jahr nur noch die Bosch Flow App auf einem gebrauchtem iPhone SE 2020. Kostenpunkt knapp über 100€. Akku egal, da das iPhone über den Bosch Smartphone Grip kabellos vom Bosch Akku gespeist wird. Das iPhone SE ist mit einer MultiSIM Karte ausgestattet, das Hauptgerät kann zu Hause bleiben.
Die Strecken plane ich am MacBook mit Trailrunner oder Komoot und übertrage sie dann direkt in die Flow App. Komfortabler gehts kaum und am Ende um einiges günstiger als ein extra Navi. Und wenn es mal anfängt zu regnen wird halt das iPhone gegen den Kiox 300 getauscht.
Ja sicher, das iPhone Display spiegelt manchmal etwas mehr als ein Navi. Bisher konnte ich die Karte dennoch immer gut erkennen. Und trotz holpriger Trails und Abfahrten hält der Smartphone Grip das iPhone sicher fest.
Ich bin mit dieser Lösung sehr zufrieden.
Hi Matthias,
Wann wird es denn den zweiten Beitrag zu dem Thema geben?
Da stehen sicher viele in den Startlöchern!
Selbst als eingefleischter Garminer habe ich inzwischen ein altes Phone reaktiviert und bin gespannt.
Hier gibt es bereits den zweiten Teil als Video:
https://youtu.be/6tYi_60ouLU