Die Navigation ist für mich die wichtigste Funktion an einem GPS-Fahrradcomputer. In diesem Artikel zeige ich dir die vielfältigen Möglichkeiten der Navigation mit dem Garmin Edge 1030.

Zum Thema Navigation gibt es beim Garmin Edge 1030 so viel zu berichten, dass ich es nicht in den ausführlichen Edge 1030 Praxistest gepackt habe.

An dieser Stelle habe ich genug Platz, über die Details der verschiedenen Navigationsarten zu berichten und Tipps und Tricks zur Navigation zu geben.

Noch keinen Garmin Edge 1030?

Navigation zu einer Adresse (Autorouting)

Adresse eingeben, Start drücken und das Ziel wird entlang toller Strecken erreicht. So stellen sich die meisten Einsteiger die Navigation am Fahrrad vor – wie beim Auto.

In der Praxis ist das aber leider nicht so. Du erreichst zwar dein Ziel, aber von einer schönen Route kann kaum die Rede sein.

Selbst mit der neuen Funktion „Routing nach Beliebtheit“ im Edge 1030 wird es nur etwas besser.

Um dich zu einer Adresse, einem POI oder einfach in eine Stadt führen zu lassen, wählst du von der Startseite „Navigation“. Adresse Schritt für Schritt eingeben, wobei du durch Auto-vervollständigen unterstützt wirst. Zum Abschluss Los! drücken und nach der Berechnung kann es schon losgehen. Zu lang sollte die Strecke nicht sein, sonst dauert die Berechnung recht lange.

Adresseingabe beim Edge 1030
Adresseingabe beim Edge 1030

Jede Abweichung von der geplanten Strecke resultiert in einer Neuberechnung – sofern du die automatische Neuberechnung aktiviert hast.

Während der Navigation - mit Streckenabweichung
Während der Navigation – mit Streckenabweichung

Du wirst mit der Ziel-Navigation zwar dein Ziel erreichen, ob das aber eine schöne Radtour wird bleibt offen.

Zwischenfazit Autorouting:
Auf kurzen Strecken wo es mehr auf ankommen als auf Genuss ankommt ganz OK, aber für schöne Tagestouren oder gar Radurlaube nicht geeignet.

Geplante Strecke per Routing abfahren

Deutlich besser als nur ein Ziel vorzugeben ist die Tour vorher am Computer zu planen.

Ich mache das gerne mit komoot. Dazu gibt es seit kurzem eine Connect IQ App, mit der du die Tour direkt aus deinem komoot Profil auf den Edge 1030 kopieren kannst. Wie das geht zeige ich dir im komoot Connect IQ Ratgeber.
Gut planen kannst du auch mit GPSies, BikeMap, BaseCamp, MagicMaps und wie sie alle heißen.

Am Ende hast du immer deine Strecke in einer GPX-Datei auf dem Computer liegen.

Die kannst du direkt am Computer auf den per USB verbundenen Edge bringen. Einfach in den Ordner Garmin/NewFiles kopieren.

Alternativ geht es es noch per BaseCamp, Speicherkarte (Anleitung für iPhone) oder Garmin Connect IQ App (Anleitung für Android).

Navigation für importierte Strecke starten
Navigation für importierte Strecke starten

Auf dem Edge findest du die Strecken unter NavigationStreckenGespeicherte Strecken

Route aus Track berechnet
Rout wird am Startpunkt berechnet

Der Edge legt jetzt den geplanten Track auf das interne Kartenmaterial und berechnet Abbiegehinweise. Im Test hat das sehr gut geklappt, selbst bei „sinnlos“ geplanten Ecken.

Edge 1030 Routing Screenshots
Routing auch an sinnlos geplanten Ecken. Re-Routing zurück zur

Einziges Manko: die Navigation möchte bei verlassen des Tracks vornehmlich zurück zu dem Punkt navigieren, an dem die geplante Strecke verlassen wurde. Auch wenn der Weg nach vorne schneller wieder auf die Strecke führt, wie oben in den beiden Screenshots zu sehen.

Während bei älteren Edge Geräten der importierte Track lediglich als grober Anhaltswert genommen wurde, hält sich jetzt der 1030er sehr genau an die Vorgaben. Vereinzelt fehlen aber unterwegs noch Routinganweisungen an Abzweigungen, wo eigentlich ein Hinweis nötig wäre. Du solltest also besser die Karte ab und zu im Auge behalten.

Zwischenfazit GPX-Track nachfahren:
Beim Garmin Edge 1030 die beste Form der Navigation.

GPX-Track ohne Routing nachfahren

Bei dieser Art der Navigation siehst du den geplanten Track als Linie auf der Karte. Mehr nicht. Keine Abbiegehinweise, keine Berechnung der Ankunftszeit.

Den GPX-Track importierst du genau wie oben beschrieben drahtlos oder per USB vom Computer in den NewFiles Ordner.

Rufe die Strecke auf, tippe aber nicht auf Los, sondern gehe in die Einstellungen. Da aktivierst du „Immer anzeigen“. Gehe jetzt zurück auf die Startseite und starte die Aktivität.

Navigation entlang GPX-Track ohne Routing
Navigation entlang GPX-Track ohne Routing

Auf der Karte siehst du den Track als recht dünne Linie. Die Farbe kannst du einstellen, die Breite der Linie leider immer noch nicht.

Während der Fahrt folgst du einfach der Linie.

Am Ende der Tour gehst du am besten gleich noch mal in die Strecke und schaltest die Sichtbarkeit wieder aus. Sonst wird das bei künftigen Touren schnell unübersichtlich.

Zwischenfazit Track ohne Routing:
Gut für alle, die keine Unterstützung wollen Oder wenn es mitten durch die Natur gehen soll oder keine Karte vorhanden ist.

RoundTrip-Routing – Tour Vorschläge

Kein konkretes Ziel? Keine Zeit eine tolle Rundtour zu planen? Dann lass den Edge 1030 dir eine Rundstrecke berechnen.

Über NavigationStrecken geht es zum RoundTrip-Routing. Hier kannst du Vorgaben zu Distanz, Startort und die Startrichtung vorgeben.

RoundTrip-Routing Garmin Edge 1030
RoundTrip-Routing im Edge 1030 mit Speichermöglichkeit

Der Edge berechnet dir jetzt drei Tourenvorschläge, die du dir auf der Karte anschauen kannst. In der Titelzeile wechselst du zwischen den Touren hin und her. Ganz neu: wenn du auf die Titelzeile klickst, kannst du den Vorschlag abspeichern.

Zwischenfazit RoundTrip-Routing:
In der Praxis waren die RountTrip-Routing Vorschläge gar nicht mal so schlecht.

Edge 1030 Navi Erfahrungen

Neben dem Problem in Tunneln, auf das ich bereits im Praxistest hingewiesen habe sind mir noch ein paar Dinge aufgefallen:

Screenshots Probleme und Auffälligkeiten
Edge 1030 Probleme: Wenden im Tunnel, lange sinnlose Abzweigungen

Auf geplanten GPX-Strecken mit vielen Kehren machte die Navigation daraus manchmal ein einziges langes Abbiegemanöver, obwohl keine Abzweigungen vorhanden waren. Gerne auch kombiniert mit einem „Bitte wenden“. Einfach stur weiterfahren – nach kurzer Zeit spielt sich das wieder ein.

Das Ende der Tour wird nicht mit einem „Sie haben das Ziel erreicht“ verkündet sondern ganz sportlich mit „Sie haben gewonnen!“ – begleitet von einer kleinen Pieps-Melodie, die ich bereits nach wenigen Touren als nervig empfand.

Hoffentlich sind das nur die Kinderkrankheiten, die wir bei neuen Garmin Geräten bereits seit Jahren kennen. Mit den Firmware Updates, die zum Start immer in kurzer Folge kommen, sollte sich die Software Qualität verbessern.

Persönliches Fazit

Mit dem Edge 1030* hat die Routen-Navigation entlang eines selbst geplanten GPX-Tracks einen großen Fortschritt gemacht und ist jetzt mein Favorit.

Navigation mit dem Garmin Edge 1030 macht Spaß
Navigation mit dem Garmin Edge 1030 macht Spaß

Der klassische Weg, einen Track ohne Navigation auf der Karte einblenden und nachfahren macht für mich nur noch bei Querfeldein-MTB-Tracks Sinn.

Die Zielnavigation finde ich nur auf kurzen Strecken brauchbar. Etwa um zum Hotel, Supermarkt oder Bahnhof geführt zu werden. Ob sie mit der Funktion „Beliebte Strecken“ besser wird, werde ich für euch beobachten.

Wie navigierst du am liebsten? Schreib mir deinen Weg zum Ziel in die Kommentare.

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23 Kommentare, sei der Nächste!

  1. Ich benutze wie oben beschrieben die Routingfunktion – auf Wunsch natürlich auch ohne Abbiegehinweise (in den Einstellungen abschalten); dann hast Du dasselbe wie beim Track abfahren ohne Routingfunktion aber mit einer breiten Linie!
    Zusätzlich zur Routingfunktion benutze ich die „Immer anzeigen“ – Einstellung um unterwegs geplante Varianten (in verschiedenen Farben) zu erkennen und allenfalls spontan auszuwählen. Damit hat die klassische Vorgehensweise doch noch einen sinvollen Zweck!

    • Danke für den Tipp mit den Alternativstrecken.
      Wenn ich nur die Abbiegehinweise ausschalte wird aber doch die Strecke auf das Edge Kartenmaterial gelegt, oder? Somit sollte Querfeldein Track folgen nicht möglich sein.

  2. Guter Test dazu würde ich mir ein Video wünschen.
    .
    Kleine Ergänzung zu:
    „Einziges Manko: die Navigation möchte bei Verlassen des Tracks vornehmlich zurück zu dem Punkt navigieren, an dem die geplante Strecke verlassen wurde….“

    Das ist doch kein Manko, wenn ich eine geplante Strecke nachfahren will dann bitte genauso wie ich sie geplant habe und nicht anders. Daher ist Streckenabweichung und Routung zurück an den Punkt an dem ich die geplante Strecke verlassen habe, völlig korrekt.
    Mag sein das du in nach vorne schneller wieder auf deiner geplanten Strecke bist, darum geht es aber nicht wenn man ein Track nachfahren will. Wenn du Pech hast fehlt dir dann ein schöner Teil (Trail, Sehenswürdigkeit sonst was, in deinem Fall ein paar hundert Meter, das können aber auch 10, 100, oder mehr km sein).

    • Danke für deine Meinung. Das kann ich nachvollziehen. Mir ist das im Zusammenhang mit Straßensperrung aufgefallen. Da will ich nicht zurück geleitet werden, da ich da nicht weiter kommen. Daran sieht man, wie komplex so ein Thema ist.

    • Hallo,

      da gebe ich Matthias recht. Ich bin am WE mit meinen Jungs in einem mir unbekannten Wald gewesen. Da hatte ich einen von komoot vorgeschlagenen Weg nicht nutzen können, da es diesen schlicht nicht mehr gab! Da empfand ich die „Rückführungsversuche“ extrem nervig. Am Ende musste ich mich an Schildern orientieren (!). Da hätte ich auch den Polar behalten können, ist zumindest die Software im Bezug auf die Fitnessdaten um Welten besser.
      Am Ende hatten sich die geplanten HM mehr als verdoppelt und die Länge der Tour um 50% verlängert. Nur gut, dasder Kurze das so mitgemacht hat. Hat mich echt enttäuscht!

  3. Mir geht es auch auf den Geist, dass mich mein Navi immer auf den Punkt zurückführen will wo ich die Strecke verlassen habe. Ich vermisse eine Funktion wie bei Auto-Navi oder bei den Apps, die von meiner Position eine Neuberechnung auf die weitere Strecke vornehmen !

  4. Hi,

    noch 2 kurze Fragen zur Navigation.

    1. Kann der Edge 1030 auch gpx Dateien mit Streckenabschnitten verarbeiten die nicht auf der Karte liegen? Z.b. beim Mountainbiken auf Trails.

    2. Gibt es ein akustisches Signal wenn man die Route unabsichtlich verlässt?

  5. Ich habe einen ausgezeichnet funktionierenden Oregon 600 und gebrauche ihn hauptsächlich fürs Pedelec. Im Urlaub und auch auf unbekanntem Terrain bin ich meist ohne Papierkarte und immer mit Tracks unterwegs. Sollte ich beim 600er bleiben – oder? Wie wirkt sich der fehlende Kompass aus?

  6. Heute zum ersten mal getestet
    bin sehr zufrieden mit dem Gerät
    macht was es soll
    bin bei minus 8 Grad gefahren und es hat alles bestens geklappt
    Kopplung mit Garmin Connect…… über WLAN alles noch vor dem Haus hochgeladen
    Also erstmal Super
    Muss noch Mountainbike auspacken
    Aber erst später wenn ich ins Gelände kann
    Erster Eindruck passt

  7. Ich finde die ganze Navigationssoftware einfach nur schlecht umgesetzt. Wieso kann ich Streckenpunkte nicht einfach löschen, während der Route. Beim planen werden die Punkte mit einer Nummer in der Karte versehen. Im Menü ist nur noch die Bezeichnung vorhanden. Beim verschieben eines Routenpunktes, sollte dieser mit einer anderen Farbe angezeigt werden. (Teilweise muss ich ja den Punkt über mehrer Punkte verschieben. Auch möchte ich einen Punkt nachträglich einfach zwischen zwei bestehende Punkte setzen können und die Route neu durch diesen Punkt berechnen lassen. Wenn ich einen Punkt nicht anfahre, will ich diesen löschen können und die Route geht danach einfach weiter. usw usw. Alle diese Funktionen gibt es in den verschiedensten Navis, man mus sie ja nicht neu erfinden.

  8. danke für deinen Hinweis bezüglich 2 Profile
    Habe es jetzt geschafft von Mountainbike zu Straße zu wechseln
    Navigation – Profile – und aktivieren
    Das war es

  9. Hi.
    Worin liegt eigentlich der Unterschied zum Oregon oder Montana Serie?
    Abgesehen von den Social Media Funktionen sowie den verstärkte Radcomputerfunktionen bzw -unterstützung, ist der Unterschied, dass man beim 1030 den Akku nicht wechseln kann, dass dieser daher schlanker ist und dass es elegantere (bessere) Halterungen gibt.

    Gibt es in der Navigation, Darstellung, Routenplanung bzw Kartenunterstützung unterschiede?

    lg petra

    • Edge Geräte sind spezielle GPS Fahrradcomputer (mit Navigation) während Oregon und Co (Outdoor Geräte) Universal Navigationen sind. Navigation unterscheidet sich etwas. Karten funktionieren überall.

  10. Hi Matthias,
    wenn ich ganz normal ohne jegliche Navigation losfahre – nur mit Aufzeichnung der Tour – kann ich unterwegs zeitweise auf Navi umschalten bzw dazuschalten ohne die Tour zu unterbrechen ?
    LG
    Peter

  11. Hallo Matthias,

    danke für den schönen Artikel! Ich hätte noch zwei Fragen:

    1) Ist die Garmin Cycle Map im Edge 1030 das Gleiche wie die Topo Active Europe im Oregon 750?

    2) GPX-Tracks mit Routing abzufahren, ist mir sehr wichtig. Der Edge 1030 kann es, wie du schreibst. Kann das auch der Oregon 700/750 und auch der ältere Oregon 600?

    Danke und liebe Grüße
    Christian

    • Cycle Map und Active Topo sind nicht identisch, vor allem beim Design. Auch wenn beide auf OSM-Daten basieren.
      Diese Art der Track Navigation ist aktuell einmalig bei Garmin. Kann sonst kein Gerät.

      • Danke Matthias, damit hast du mir sehr geholfen. Ich werde es dann wohl mit dem 1030 mal probieren und deinen Link nutzen. Die Userberichte sind zwar teils sehr kritisch, aber ich muss es selbst probieren.

        Ich habe das Oregon 600 und wusste nicht, ob ich für diese „Track-Navigation“ vielleicht zu blöd bin. An sich sind mir die Garmins als saisonaler Gelegenheitsnutzer viel zu kompliziert, sehe momentan aber keine Alternative.

        Gewisse Hoffnungen habe ich auf das neue Falk von Baros, auf das du im Blog ja auch schon hingewiesen hast. Aber das dauert mir jetzt zu lange, bis es herauskommt.

        Herzlichen Dank für die Auskunft und deinen interessanten Blog,

        Christian

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