COROS DURA im Praxistest ▷ GPS Radcomputer als Dauerläufer?

Der neue COROS DURA. Ein GPS Radcomputer mit extrem langer Akkulaufzeit im Test. Nie wieder aufladen dank Solar?

Veröffentlicht: 21. Juni 2024
Letzte Aktualisierung: 21. Juni 2024
Mehr zum Thema:
Tippe auf ein Thema und finde alle passenden Artikel

COROS kennen die meisten von uns von deren Fitness- und Outdoor Uhren. Dort haben sie sich einen Namen mit robusten Wearables mit extrem langer Akkulaufzeit gemacht.

Jetzt gibt es den ersten GPS Radcomputer von Coros. Und auch der wirbt mit Akkulaufzeit, richtig viel Akkulaufzeit!

COROS Dura nach dem auspacken
COROS Dura nach dem auspacken

Transparenzhinweis:
Das Testgerät wurde mir kostenlos und ohne Auflagen vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

⭐ COROS DURA Highlights

Mit dem DURA platziert Coros seinen GPS Radcomputer im sportlichen Ausdauer Bereich. Ideal für Bikepacking, Ultra Langdistanz und Langstrecken Rennen wie zum Beispiel die Tour Divide.

Den Preis für den DURA hat Coros auf 289 Euro gelegt.

Stärken
  • Akkulaufzeit
  • Übersichtliches Menü
  • Halterung mit Garmin Standard
  • Gute Trainingsapp
Schwächen
  • Wenige Navigationsmöglichkeiten
  • Re-Routing nur online
  • Kartendesign

✔️ Technik

Das Gehäuse ist 99,5 x 60,8 x 15,7mm mm groß. Das nachgewogene Gewicht liegt bei 98 Gramm.

Gewicht vom COROS DURA
Gewicht vom COROS DURA

Gegen Dreck und Wasser ist der DURA nach IP67 geschützt.

Für die Bedienung gibt es einmal die Coros typische digitale Krone zum blättern durch Listen und zum bestätigen.

Digitale Krone und Zurück Taste zur Bedienung
Digitale Krone und Zurück Taste zur Bedienung

Daneben gibt es nur eine weitere Taste – Zurück / Runde unterhalb der digitalen Krone.

Zum anderen gibt es noch den Touchscreen. Den kannst du im Menü entweder immer aktivieren oder nur auf der Karte nutzen.

✔️ Display

Beim Display setzt Coros auf die aus den Uhren bekannte Technik.

Transflektives MIP Display mit 2,7 Zoll Diagonale und 400 x 240 Pixel Auflösung bei 64 Farben.

Transflektives MIP Display in der Sonne
Transflektives MIP Display in der Sonne

Diese Technik ist sehr gut ablesbar wenn die Sonne im richtigen Winkel steht. Aber nicht so brillant wie vom Smartphone oder Karoo bekannt. Gerade im Schatten oder bei ungünstigen Lichtverhältnissen braucht es dann eine Display-Beleuchtung. Die wird beim DURA per Helligkeitssensor gesteuert.

Insgesamt ist das Display sehr gut und ich würde es in der Liga von einem Garmin EDGE (ohne Solar) einordnen, vielleicht sogar etwas besser ablesbar.

✔️ Stromversorgung

Neben dem fest eingebauten Li-Ionen Akku, welcher per USB-C geladenen wird gibt es die charakteristische Solarzelle über dem Display.

Die ist so groß und effizient, dass bei ausreichend Sonne sogar ein aufladen vom Akku möglich ist.

Bei Sonne mit wenigen schattigen Wald-Abschnitten bin ich im Test nach 1,5 Stunden Fahrt mit den selben 63% Akkulaufzeit am Ziel angekommen.

Akku-Nutzung beim COROS DURA
Akku-Nutzung beim COROS DURA

Ein anderer Test lief über eine Stunde im Stand. Rad mit DURA im Schlafmodus einfach bei mittelprächtiger Sonne draußen im Garten stehen lassen. Ergebnis: 1% mehr Akkuladung.

✔️ GPS & Interne Sensoren

Für die Positionsbestimmung setzt Coros wie gewohnt auf einen High-End GNSS Chipsatz. Empfangen werden GPS, Galileo, GLONASS und Baidou. Dazu noch per Multi-Frequenz-Empfang.

Die Genauigkeit der Track Aufzeichnungen war im Test immer hervorragend. Hier mal ein Vergleich von COROS DURA und Garmin EDGE 1040:

GPX-Track Vergleich DURA vs EDGE 1040
GPX-Track Vergleich DURA vs EDGE 1040

An internen Sensoren verfügt der Coros DURA über:

  • Barometrischer Höhenmesser
  • Digitaler Kompass
  • Beschleunigungssensor
  • Thermometer

Digitalen Kompass und Höhenmesser kannst du im Menü manuell kalibrieren.

Kalibrieren von Höhe & Kompass
Kalibrieren von Höhe & Kompass

✔️ Sensoren

Externe Sensoren kannst du über Bluetooth oder ANT+ mit dem DURA verbinden.

Sensoren mit COROS DURA koppeln
Sensoren mit COROS DURA koppeln

Dieses Zubehör ist möglich:

  • Herzfrequenz
  • Geschwindigkeit
  • Trittfrequenz
  • Radar
  • Elektronische Schaltung
  • Shimano Di2
  • E-Bike mit ANT+ LEV Profil
  • E-Bike mit Shimano STEPS Motor

Maximal sind 12 gleichzeitig verbundene Sensoren möglich. Das sollte für die allermeisten reichen. Du kannst allerdings mehr Sensoren für unterschiedliche Räder im Hintergrund koppeln.

✔️ Karten

Als Kartenlieferant hat Coros MapBox gewählt.

Weltweite Karten kannst du kostenlos via WLAN auf den DURA herunterladen. Das ganze erfolgt über die Coros App auf dem Smartphone.

COROS Dura Kartenmanager
COROS Dura Kartenmanager

Das Kartenbild kann mich nicht wirklich überzeugen. Die Kontraste sind sehr gering. Insbesondere während der Navigation vermisse ich eine klare Unterscheidung zwischen Landschaft und Wegen. Hier fehlen die Zusatzlinien. Auch fehlen Straßen- und Ortsnamen.

Kartendesign währen der Fahrt
Kartendesign währen der Fahrt

Beim verschieben der Karte auf dem Display werden Linien entlang der Wege angezeigt. Allerdings merkt man den stromsparenden Prozessor extrem. Karte verschieben geht ganz schön zäh, unterbrochen von längeren Nachlade-Pausen.

✔️ Navigation

Bei der Zielführung setzt Coros voll auf die Navigation entlang geplanter Strecken.

Die können beispielsweise von komoot oder Strava importiert werden. Auch in der Coros App können Touren geplant werden oder als GPX-Track Import kommen.
Die Planung über Coros ist allerdings deutlich weniger komfortabel als in komoot.

COROS DURA mit komoot verbinden
COROS DURA mit komoot verbinden

Weder direkte Adresseingabe noch Sonderziele sind mit der DURA Navigation möglich.

Die Abbiegehinweise kommen rechtzeitig und deutlich am unteren Rand und als Piepston.

Abbiegehinweis vor der Kreuzung
Abbiegehinweis vor der Kreuzung

Beim Thema Re-Routing setzt Coros nicht auf interne Karten mit Routing Informationen sondern nutzt Google Maps über die online Verbindung des Smartphones.

Re-Routing nur online nach manuellem auslösen
Re-Routing nur online nach manuellem auslösen

Damit bist du abseits vom Mobilfunknetz komplett verloren. Auch mit dem Trekkingrad auf Feldwegen waren die Alternativstrecken nicht toll.

Lediglich in der Stadt war die Qualität des Re-Routings gut. Allerdings etwas langsam, weshalb ich teilweise schon an der berechneten Abzweigung vorbei war als die Umrechnung fertig war.

✔️ Fitness und Training

Im Bereich Trainingsplanung und geplante Workouts ist Coros ziemlich stark.

Die Coros App bietet von den Uhren bereits eine gute Auswertungen der Aktivitäten und viele Vorschläge für kommende Trainings.

Trainingspläne können von TrainingPeaks importiert werden.

✔️ Tracking und Auswertung

Der DURA zeichnet deine Aktivitäten im 1 Sekunden Rhythmus auf.

An die Aufzeichnungen kommst du nur über die Coros App auf dem Smartphone ran.

Export der Aufzeichnungen per COROS App
Export der Aufzeichnungen per COROS App

Du kannst den DURA zwar direkt per USB mit dem Computer verbinden. Da siehst du auch zwei Laufwerke, aber ich habe keine GPX oder FIT Aufzeichnungen gefunden.

Coros DURA Erfahrungen

Wenn du eine COROS Uhr hast, verbindet die sich quasi selbst mit dem DURA. Wenn du jetzt eine Aktivität auf dem Radcomputer startest, verbindet sich die Coros Uhr als Pulssensor und du siehst die vom optischen Sensor ermittelte Herzfrequenz auf dem DURA.

COROS Uhr als Puls-Sensor
COROS Uhr als Puls-Sensor

Im Bereich der Zusammenarbeit zwischen COROS Uhr und DURA ist für die Zukunft noch einiges zu erwarten.

Die besten COROS DURA Alternativen

In meinen Augen ist der DURA kein direkter Mitbewerber für die GPS-Radcomputer mit vollwertiger Karten-Navigation wie etwa Garmin EDGE oder Wahoo ELEMNT. Dafür ist der Teil Navigation viel zu dürftig.

Statt dessen sehe ich den DURA eher als Trainingsbegleiter. Also mehr GPS-Radcomputer statt Fahrrad-Navigation.

Sigma ROX 11.1 EVO

Die Alternative zum DURA kommt von Sigma als ROX 11.1 EVO. Beides eher GPS-Radcomputer mit minimal Navigation statt vollwertige Fahrrad-Navigation mit Karten.

Fazit COROS DURA Praxistest

Fazit COROS DURA Praxistest
  • GPS-Empfangsqualität
  • Akkulaufzeit
  • Bedienung
  • Ausstattung
  • Verarbeitung
  • Preis/Leistung
4.2

Zusammenfassung

Coros konzentriert sich bei seinem ersten GPS Radcomputer extrem auf ein Ausstattungsmerkmal – Akkulaufzeit. Dem wird sehr viel untergeordnet. Die Bedienung mit digitaler Krone und Touchscreen ist okay.

Noch mehr über Navigation am Fahrrad erfahren?

Melde dich jetzt kostenlos zur GPS Radler Infomail an

Was dich in der Infomail erwartet und Datenschutz.

Schreibe einen Kommentar