Die Garmin Fenix 5X als vollwertige Outdoor Navigation? Wie gut du mit der Multi-Sport-Uhr Strecken planen und nachfahren kannst, klärt dieses Review.

Outdoor Navigation mit der Garmin Fenix 5X Multi-Sport-Uhr.

Einen vollständigen Praxistest der Garmin Fenix 5X* wird es erst mal nicht geben. Statt dessen zeige ich dir einige spannende Details der Fitnessuhr.

Los geht es mit der Navigationsfunktion.

Transparenzhinweis:
Das Testgerät wurde mir vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt.

Navi Ausstattung der Fenix 5X

Innerhalb der Fenix 5 Familie ist die 5X das größte Modell und als einzige voll Navifähig.

Ab Werk ist die 5X bereits mit der TopoActive Europe für West- und Osteuropa sowie der Garmin Cycle Map  EU ausgestattet.

Fenix 5X im Regen
Navigation und Kartenansicht auch mit Wasser

Auch zusätzliche Karten können installiert werden. Im internen Speicher sind rund 5,6 GB frei für Karten, Tracks und Aufzeichnungen. Wie du kostenlose OSM-Karten da reinbekommst, zeige ich dir später in einem getrennten Ratgeber.

Sobald größere Aktionen auf der Karte erfolgen sollen, wird die Prozessorleistung knapp. Karte laden, verschieben oder zoomen kann schon mal etwas zäh werden.

Garmin Fenix 5X Akkulaufzeit

Bevor ich richtig in die Navigation eintauche, noch ein paar Sätze zum Thema Akkulaufzeit der Garmin Fenix 5X.

Während sie als reine Smartwatch mit Pulsüberwachung im Alltag deutlich über eine Woche durchhält, wird mit steigender Workout Aufzeichnung die Laufzeit immer kürzer.

Bei durchgängiger Navigation mit Aufzeichnung, unter Verwendung externer Sensoren bin ich mit einem halben Akku auf 4,5 Stunden Laufzeit gekommen. Da wären also 9 bis 10 Stunden reine Workout Aufzeichnung möglich gewesen.

Garmin Fenix 5 Ladekabel
Aufladen mit demneuen Standard-Ladekabel für Garmin Smartwatches

Wenn der Akku zur Neige geht, ist er aber schnell wieder nachgeladen.
Durch das neue Ladekabel kann zwar nicht am Handgelenk nachgeladen werden, einen kurzer Zwischenboost von 24% auf 44% habe ich in einer guten Viertel Stunde geschafft.

Insgesamt bin ich mit der Akkulaufzeit der Garmin Fenix 5X sehr zufrieden.

Strecken, RoundTrip-Routing und Co

Alle Navigationsfunktionen sind in der App Navigation zusammengefasst. Die besteht aus:

  • Points of Interest
  • Around Me
  • Zurück zum Start
  • Strecken
  • RoundTrip-Routing
  • Aktivitäten
  • Favoriten
  • Peilen und Los
  • Koordinaten
  • Karte verwenden

Hier möchte ich nur ein paar Navigationsoptionen herausgreifen und genauer betrachten.

RoundTrip Routing

Mit der RoundTrip-Routing Funktion bekommst du mehrere Streckenvorschläge für die gewünschte Aktivität von der Uhr präsentiert.

RountTrip Funktion auf der Garmin Fenix 5X
RountTrip Aktivität und Distanz auf der Garmin Fenix 5X auswählen

Ist die erste Strecke berechnet und sie gefällt dir nicht, wird nach einem Druck der Runter Taste eine weitere Strecke berechnet. Bis zu drei Strecken sind so möglich.

RountTrip Funktion auf der Garmin Fenix 5X auswählen
RountTrip Funktion auf der Garmin Fenix 5X auswählen

Die Qualität der Strecken ist durchwachsen. Die Berechnungszeit zu lange.

POI Navigation

Soll es unterwegs schnell zu einem bekannten Ziel gehen? Dann ist die POI Navigation richtig.

POI Navigation mit der Garmin Fenix 5X
POI Navigation mit der Garmin Fenix 5X

Wähle eine Kategorie aus und suche das Ziel aus der Liste aus.

POI Navigation kannst du auch mit der Around Me Funktion kombinieren. Dabei gibst du über Tortenscheiben ähnliche Sektoren vor, in welcher Richtung sich das Ziel befinden soll.

Around Me für die POI Auswahl
Around Me für die POI Auswahl

Diese Funktion hat mir bei plötzlichem Schlechtwetter schon geholfen, schnell die nächste S-Bahn Station zu erreichen.

Track- oder Streckennavigation

Am häufigsten habe ich im Test die Strecken Navigation genutzt. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Tracknavigation mit der Fenix 5X

Du solltest dich bei längeren Touren nicht auf die Routenberechnungen der Garmin Fenix 5X verlassen. Besser selbst deine persönliche Traumtour planen.

Ich plane sehr gerne mit komoot (⇒Praxistest). Wenn die Tour fertig ist, die Strecke als GPX-Datei herunterladen.

Jetzt die Fenix per USB mit dem Computer verbinden. Den vorbereiteten GPX-Track legst du im Ordner /garmin/NewFiles ab.

Für Android Nutzer ist vielleicht auch der direkte Weg per Bluetooth und GPX Import interessant. Wie das mit der Garmin Connect IQ App funktioniert erkläre ich im gimport/gexport Ratgeber.

Innerhalb der Garmin Fitnessgeräte werden die Tracks als Strecken bezeichnet.

Starte die App „Navigieren“ und wähle unter „Strecken“ den geplanten Track aus.

Jetzt „Strecke starten“ auswählen. Ganz wichtig: noch mal den rechten oberen Knopf drücken um die Aufzeichnung zu starten.

Strecken Navigation mit Fenix 5X
Strecken Navigation mit Fenix 5X

Sobald GPS Empfang vorhanden ist, siehst du deine Position auf der Karte und deinen geplanten Track als Linie.

Track Navigation mit der Garmin Fenix 5X
Track Navigation mit der Garmin Fenix 5X

Mit den UP/DOWN Tasten kannst du noch andere Aktivitätsseiten durchblättern.

Aktivitäten Screens während der Navigation
Aktivitäten Screens während der Navigation

Fenix 5X Aktivitäten Infos

Nachdem die Aktivität mit Navigation aufgezeichnet ist, geht es daran die Aufzeichnung auszuwerten.

Bereits im Widget bekommst du einen ersten Überblick über deine letzte Aktivität.

Infos zu einer vergangenen Aktivität
Infos zu einer vergangenen Aktivität

Tiefer drin gibt es mehr Details, Infos zu Runden, Karte, Training Effect, Zeit in Bereich und Höhenprofil.

Garmin Fenix 5X Erfahrungen auf dem Fahrrad

Smartwatch und Fahrrad ist immer so eine Sache. Das habe ich bereits in den Tests von Apple Watch und Pebble beschrieben.

Die grundsätzlichen Probleme bestehen natürlich auch bei der Fenix 5X. Vor allem das Loslassen des Lenkers um einen Blick auf die Uhr werfen zu können empfinde ich als unangenehm.

Ganz anders sieht das beim Wandern aus. Keine große Navi, die irgendwo verstaut werden muss. Kurzer Blick auf die Uhr und es ist klar, wo der Weg weiter geht.

Die Fenix 5X habe ich auch mit dem Garmin Head-Up-Display an meiner Fahrrad Brille gekoppelt. Von der Garmin Varia Vision* werden mir die gewünschten Fitness Daten direkt im Blickfeld angezeigt. So sehe ich die Informationen ohne die Hand vom Lenker zu nehmen.

Garmin Fenix 5X und Varia Vision
Garmin Fenix 5X und Varia Vision

Leider geht das nicht mit der Karte in der Brille.

Mehr zum Head-Up-Display findest du in meinem ausführlichen Garmin Varia Vision Praxistest.

Mir persönlich ist die Uhr mit ihren (nachgewogen) 98 Gramm und dem hochwertigen Metallgehäuse zu schwer. Das ist aber sehr subjektiv. Ich bevorzuge einfach leichte Uhren am Handgelenk.

Persönliches Fazit

Insgesamt ist die Garmin Fenix 5 eine geniale Multi-Sport-Uhr. Enormer Funktionsumfang, der erst mal erkundet werden muss. Leider geht da die Fenix Bedienungsanleitung nicht in die Tiefe.

Die Prozessorleistung ist für den Funktionsumfang sehr knapp bemessen. Wird mehr Rechenpower verlangt, dauert es, und Wartezeiten nerven mich.

Die Fenix 5X setzt mit der Navi Funktion der ganzen Fenix 5 Serie noch die Krone auf.

Was hältst du von der Navigation mit einer Smartwatch? Schreib mir bitte deine Meinung in die Kommentare.

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4 Kommentare, sei der Nächste!

  1. Hallo
    Besten Dank für deinen Bericht. Kürzlich habe ich mir auch die 5X geleistet, nachdem ich jahrelang mit einer Suunto unterwegs war. Ausschlaggebend waren die integrierten Karten. Bereits mit der Suunto habe mich anhand eines Tracks durch die Gegend jagen lassen. Dabei nutze ich vor allem Strava zum planen. (Komoot finde ich aber auch sehr schön…)Das Routing finde ich gut gelöst und bis jetzt habe ich den Weg immer gefunden. Mit einer Velohalterung entfällt auch das Lenker loslassen.
    Was mir aber nicht gefällt und versus Suunto deutlich schlechter ausfällt, st das Verwalten den Routen auf der Uhr selber. Dass sie in einen speziellen Ordner gespeichert werden muss, finde ich etwas komisch. Immerhin ist es so möglich eine Route mit mehr als 1000 Punkten auf die Uhr zu bringen.
    Über Garmin Connect ist es noch mühsamer: Das Entwerfen einer Route ist nicht gut gelöst. Eine Route importieren funktioniert nur als Umweg. Zudem können nur Routen mit weniger als 1000 Punkten geladen werden. Das Ganze ist als Aktivität zu speichern, von dort aus kann ich sie als neue Route abspeichern. Eine Import Funktion ist nicht vorhanden. Die Aktivität ist anschliessend zu suchen und zu löschen. Nun kann man die Route per Garmin Express auf die Uhr speichern. Soweit so gut.
    Nun ist mir aufgefallen, dass die berechnete Zeit auf der Uhr (für den Virtual Racer) nicht mit den Angaben in der App oder Garmin Connect übereinstimmt, obwohl dies an beiden Orten entsprechend verändert werden kann. Es stimmt um etwa Faktor 2 nicht, sprich ich teile meine Ziel-Durchschnittsgeschwindigkeit durch 2 um auf der Uhr die gewünschten Daten zu haben. Ist dir dies auch aufgefallen? Habe ich etwa eine falsche Einstellung an der Uhr?

    Und weiter, wie lösche ich nun die Route um die Übersicht zu halten und Speicherplatz freizugeben? Es ist nur auf der Uhr selber möglich! Für mich deutlich zu Umständlich, ich wünschte mir eine Funktion wie bei Suunto Movescount, wo es möglich ist die gespeicherten Routen in einer Bibliothek zu verwalten. Mit einer Checkbox ist es jederzeit möglich Routen zu löschen oder eben zu synchrosnisieren.
    Desweitern (und dies hat nichts mit der Navigation zu tun) lassen sich die Trainingsseiten nicht auf dem Computer konfigurieren. Man muss sich mühselig durch die Menüs klicken. Mit Suunto war ich hier deutlich besser bedient.
    Die Software selber scheint ebenfalls weniger stabil zu sein: Bei jedem Training wechselt zwischendurch das Display seine Farbe oder wechselt zurück auf die Haupttrainingsseite obwohl ich den Autowechsel ausgeschaltet ist.

    Leider ist der Garmin Support diesbezüglich sehr schlecht.

    Hast du diese Fehler auch festgestellt?

    Beste Grüsse
    Matthias

  2. Hallo Matthias,

    vielen Dank für dein Review zur Fenix 5X. Zum Thema Karte / Navigation muss ich aber auch noch meinen „Senf“ dazu geben.
    Ausschlaggebend für meine Kaufentscheidung war (im Gegensatz zu den üblichen Verdächtigen der Edge-Serie), die sehr lange Akkulaufzeit und die Möglichkeit der Kartendarstellung. Bei den bisherigen sommerlichen Temperaturen komme ich auf über 20 Std. Aufzeichnungsdauer (ohne Navigation, Sensoren, Puls etc.).
    Ich fahre vor allem lange Strecken mit dem Rennrad (meistens 100 – 250 km / selten 250 – 600 km). Bisher hatte ich dafür das Etrex 20 mit austauschbaren Mignon Zellen verwendet.
    In meinen Augen kann die Fenix trotz des kleinen Bildschirmes, als vollwertiges Fahrrad Navi verwendet werden. Die Datenfelder sind auch während der Fahrt sehr gut ablesbar. Nur die genauere Betrachtung eines Kartenausschnittes, sollte man besser im Stand vornehmen. Im Gegensatz zu dem Etrex 20, bekomme ich nun schon unterwegs die zurückgelegten Höhenmeter angezeigt. Außerdem ist das Hochladen zu Strava (über Garmin Connect) mit dem integrierten WLAN äußerst simpel.
    Allerdings fand ich die intergrierte Karte für meine Sehgewohnheiten nicht optimal eingestellt. Daher habe ich mir die kostenfreie OSM Freizeitkarte (http://freizeitkarte-osm.de/garmin/de/plus-laender.html) aufgespielt. Auch dies lässt sich sehr einfach bewerkstelligen.

    Aber nun zu meinem großen Kritikpunkt an der Fenix 5X (Auszug aus meiner Mail an den Garmin Support):

    ———-

    Bei meinen bisherigen Navis (Etrex 20 und GPSmap 60) hatte ich immer zwei Möglichkeiten, um eine Strecke nachzufahren:

    1. einen Track nachfahren (der GPX-Track wird nur als Linie über der Karte angezeigt – es wird keinerlei Navigationsberechnung gestartet – es können auch mehrere Tracks gleichzeitig angezeigt werden)
    2. eine Route nachfahren (die Route wird erst nach dem Start einer Navigationsberechnung angezeigt)

    Bei meiner Fenix habe ich dafür nur folgende Möglichkeit gefunden:

    1. GPX-Datei (Track) auf die Uhr laden (im Gegensatz zu meinen anderen Garmin Navis, werden hierbei allerdings nicht alle Tracks von der Uhr erkannt!!!)
    2. Aktivität „Radfahren“ starten
    3. Menü – Navigation – Strecken – „Track ABC“ auswählen – Strecke starten
    4. Warten … (bei einer 230 km Strecke dauert die Berechnung 2:10 min)

    Nachteile:
    – höhere Akkuverbrauch
    – nur eine Strecke auswählbar
    – Wartezeit für Berechnung
    – nicht alle GPX Tracks werden unterstützt (Ursache??)

    Was ich benötige:
    – mehrere Tracks gleichzeitig anzeigen
    – keine Navigationsberechnung starten, sondern eine „freie“ Kartenansicht (bei der ich selbst wählen kann, ob ich einer Strecke weiter folge, oder nicht)
    – alle GPX Tracks sollen unterstützt werden (bei meinen bisherigen Garmin-Navis gab es damit keine Probleme)

    ———-

    Zum Thema „Tracks ohne Navigationsberechnung anzeigen“, wurde mir leider keine baldige Anpassung der Software in Aussicht gestellt.
    Auf das Problem der nicht kompatiblen Tracks, gab es gar keine Reaktion.

    Ich erstelle meine Tracks immer auf unterschiedliche Weise:
    – Download von GPSies / gps-tour.info / Strava
    – selbst abgefahrenen Track per MapSource / BaseCamp erweitern
    – neuen Track mit MapSource / BaseCamp erstellen

    Hinter das Geheimnis, warum nicht alle Tracks erkannt werden, bin ich aber noch nicht gekommen. Für Anregungen dazu, wäre ich dankbar.
    Die nicht kompatiblen Tracks können zwar auch in den „new files“ Ordner kopiert werden, allerdings werden diese auf der Uhr nicht angezeigt. Bei erneutem Anstöpseln an den PC sind diese Dateien auch nicht mehr auffindbar.

    Für alle, die das Thema Lenkerhalterung interressiert:
    In die Halterung für den Forerunner passt auch die Fenix 5X rein (http://amzn.to/2vxOoda).
    Meine Anfrage nach einem Quick Release Kit mit Drehverschluß (gab es bereits für die Fenix 3: http://amzn.to/2wTKQBe) wurde allerdings negativ beantwortet.

    Viele Grüße,
    Danilo

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