Falk TIGER BLU – Sprachansage und Bluetooth Datentransfer im Praxistest
Veröffentlicht: — Letzte Aktualisierung: 1. Januar 2017
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Mit Bluetooth im Falk TIGER BLU ist Sprachansage und Datentransfer zum Smartphone möglich. Wie gut das funktioniert zeigt dieser Testbericht.

Sprachansage wie im Auto.

Das ist einer der am häufigsten geäußerten Wünsche an eine Fahrrad Navigation.

Falk bietet dieses Feature jetzt wieder im TIGER BLU* an.

In diesem Review höre ich mal genau hin und stelle dir die neuen Funktionen rund um Bluetooth vor.

Die restlichen TIGER Fakten findest du im ausführlichen Praxistest und im Video zum Falk TIGER Geo.

Transparenzhinweis:
Der Falk TIGER BLU wurde mir für diesen Test als Vorserienmodell zur Verfügung gestellt.

Bluetooth im Falk TIGER BLU

Bereits in der ersten Ankündigung sprach Falk beim neuen Tiger Modell von integriertem Bluetooth.

Den bisherigen Modellen Geo und Pro fehlte allerdings die Funkschnittstelle.

Jetzt ist es soweit, Bluetooth LE zieht mit dem BLU in die TIGER Serie ein.

Falk Tiger Blu mit Verpackung
Falk Tiger Blu

Welche Bluetooth Funktionen bietet der Falk TIGER BLU?

  • Sprachansage über Headset
  • Datentransfer mit dem Smartphone
  • Anschluss eines Brustgurtes zur Pulsmessung

Tiger Blu mit Smartphone koppeln

Bluetooth ist für die verschiedenen, gerade genannten Funktionen vorgesehen.

Das Koppeln vom Smartphone beginnt im Menü – Einstellungen – Bluetooth. Jetzt auf Gerät suchen gehen und mit einem Klick auf die Lupe die Suche starten.

Tiger Screenshots
Bluetooth Gerät mit Falk TIGER Blu koppeln

Wenn das gewünschte Gerät in der Liste auftaucht, antippen und „Gerät/Sensor verbinden“ wählen.

Bei einem Smartphone bekommst du die Aufforderung einen Code zu bestätigen. Ist der Schritt erfolgreich erledigt, erkennst du das an einem Haken vor dem Gerätenamen.

Smartphone mit Falk TIGER Blu koppeln

Datentransfer mit Smartphone

Nutzer des Falk Tiger Blu können Touren vom Smartphone auch direkt an das Outdoor-Navi senden.

Dazu ist nicht mal die Falk eigene Android App (mein Praxistest) notwendig.

GPX-Daten vom Android Smartphone senden

Einfach einen GPX-Track in einem Android Dateimanager auswählen und per Bluetooth teilen bzw. freigeben. Nach kurzer Rückfrage startet der Datentransfer.

Datentransfer zum Falk TIGER Blu

Bluetooth zählt zwar zu den langsamen Verbindungen. Da die Touren im GPX-Format aber sehr klein sind, ist der Transfer in wenigen Sekunden erledigt.

In der Praxis hat die Bluetooth Übertragung von GPX-Touren unterwegs sehr gut funktioniert. Die Touren findest du anschließend übrigens im Menüpunkt „Übertragene Tracks„.

Headset verbinden

Die Suche nach einem Headset geht genau wie beim Smartphone beschrieben. Statt mit „Gerät/Sensor verbinden“ wählst du jetzt aber „Headset verbinden„.

Headset für Sprachansage mit TIGER Blu koppeln

Kurz warten bis es verbunden ist, mein Bluetooth Headset im Livall BH60 Helm* quittiert das mit der Ansage „pairing completed, device connected“.

Livall BH60 Smarthelm
Headset Lautsprecher im Helm oberhalb der Ohren

Im TIGER Menü findest du jetzt einen Button für „Ansage testen„. Damit prüfst du ob bei der Verbindung alles geklappt hat.

Um Sprachansagen statt Piepstönen zu bekommen musst du jetzt noch in die deutschen Spracheinstellungen (System/Allgemein – Sprache) und dort „Carolin“ als Sprecherin wählen.

TIGER Sprachansage in der Praxis

Beim Thema Sprachansage in der Fahrrad Navigation bin ich immer etwas skeptisch. Zum einen finde ich es peinlich, wenn mitten auf dem gut befahren Radweg „die Tante am Lenker“ anfängt zu quatschen. Zum anderen sind Sprachkommandos bei Radwegen deutlich schwieriger als beim Auto zu realisieren. Gerade Außerorts treffen gerne mal viele Wege an einem Punkt oder kurz hintereinander zusammen. Wie soll das per Sprache klar beschrieben werden.

Screenshots Routing
Verschiedene Routing Screens

Falk hat sich für viele Kommandos entschieden. Das resultiert dann in einer „Quasselstrippe“ mit sehr vielen Ansagen. Auch einigen Unsinnigen, etwa in Kurven ohne jede Abbiegemöglichkeit.

Wer Sprachansagen sucht, bekommt damit zumindest einen deutlicheren Hinweis, vielleicht mal einen Blick auf’s Display zu werfen.

Herzfrequenz Brustgurt verbinden

Alle die beim Radfahren auch ihren Puls im Auge behalten wollen, können einen Bluetooth Brustgurt mit dem TIGER BLU verbinden.

Statt bei Geräten musst du dafür im Sensoren Tab daneben suchen.

Screenshots Brustgurt koppeln
Herzfrequenz Brustgurt mit Falk Tiger Blu koppeln
Wahoo TICKR
Wahoo TICKR HF-Sensor

Im Test habe ich den TIGER BLU mit einem Wahoo TICKR* verbunden. Das Suchen und koppeln hat zwar etwas gedauert aber dann funktionierte es hervorragend.

Die Herzfrequenz wird auf dem TIGER als Datenfeld angezeigt.

In der GPX Track Aufzeichnung wird es unter den XML-Extensions als gespeichert.

Im Falk Trainingsmanager, einem Plugin für den Activity Manager werden die Puls-Daten angezeigt.

Screenshot Falk Trainingsmanager
Herzfrequenz im Falk Trainingsmanager

In Strava habe ich es importiert. Trotz Premium Mitgliedschaft konnte Strava mit den gespeicherten Herzfrequenz-Daten nichts anfangen.
Auch Garmin Connect konnte die HF-Daten nicht auswerten.
Für mehr Kompatibilität sollte Falk hier vielleicht mal über das Universal-FIT-Format nachdenken.

Fernradweg Routing

Screenshot Zieleingabe
Radfernweg fahren

Eine weitere Neuheit neben Bluetooth ist die Möglichkeit, Routen speziell über Fernradwege berechnen zu lassen.

Radfernwegerouting funktioniert zum Start auf mehr als 250 ADFC- Radfernwegen mit insgesamt mehr als 67.000 Kilometern.

Möglichkeit eins: du wählst in der Zieleingabe direkt den gewünschten Radweg aus. Dann wirst du wie gewohnt entlang der geplanten Route = Radfernweg geführt.

Deutlich praktischer finde ich den Weg über die „normale“ Zieleingabe.

Du gibst also wie gehabt dein Ziel ein, beispielsweise ein Hotel oder eine Stadt als Tagesziel. Gegen Ende der Eingabe wirst du nach Routing über Fernradwege gefragt.

Jetzt werden dir verschiedene Wege angeboten. Wähle den gewünschten Weg und du wirst die längstmögliche Strecke auf diesem Radfernweg geführt.

Screenshot Falk Routing
Routing ohne Radfernwege

Ich habe das mal hier vor Ort getestet:

Ohne Radfernwege Routing führt die Strecke nach Freising mehr über Felder und ist 21,7 km lang. Mit ausgewähltem Isarradweg als Radfernweg ist die Strecke 32,2 km lang und führt meist entlang der Isar.

Screenshot Radfernwegerouting
Radfernweg im Routing berücksichtigen

Falk Tiger Blu Erfahrungen auf der Radtour

Mein größter Kritikpunkt beim TIGER Geo Praxistest war der träge Touchscreen. Da hat Falk nachgebessert. Laut Information vom Hersteller sowohl auf Hardware- als auch auf Software-Seite. Die Bedienung ist jetzt besser, kommt aber immer noch nicht an das smoothe Gefühl eines moderne Smartphones oder Garmin Oregon heran.

Tiger Blu am Fahrrad
Falk Tiger Blu mit Richter Halterung am A-Head Vorbau

Die Basiskarte von Deutschland ist weiterhin auf dem Gerät enthalten und kann im Menü ausgewählt werden. Im direkten Vergleich sehe ich die Premiumkarte qualitativ nicht vorne.

Mit den Verboten sieht es Falk anscheinend nicht ganz so eng. So wurde ich auf eine 4-spurige Bundesstraße gelotst, obwohl daneben ein Radweg verläuft. Die Datenbasis scheint aber okay zu sein, denn bisher hat das noch keine andere getestete Navi versucht.

Persönliches Fazit

Genial umgesetzt ist der Datentransfer vom Android Smartphone auf den TIGER. Ohne Spezial App, einfach nur mit einem Dateimanager, die nächste Tour per Bluetooth als GPX-Track auf das Fahrradnavi schicken ist perfekt. Da sollte sich Garmin mal ein Beispiel dran nehmen.

Die Premium Karte konnte im Test ihre angekündigten Vorteile nicht wirklich zeigen.

Insgesamt bekommt man mit dem Falk TIGER Blu eine solide Navigation mit guter Sprachnavigation. Der Preis ist mit knapp 400 € aber recht hoch.

Empfehlenswert ist der Falk TIGER Blu für alle, die Wert auf Sprachansage und unkomplizierten Datentransfer legen.

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2 Kommentare, sei der Nächste!

  1. Hallo Matthias,

    das der Datentransfer vom Android Smartphone auf den Tiger genial umgesetzt sein soll, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die Datenübertragung ist im Vergleich von Android zu Android-Gerät extrem langsam. GPX-Dateien können durchaus groß sein, wenn z.B. pro Sekunde ein Datenpunkt gespeichert wird. Für die Übertragung einer 5 MB großen GPX-Datei vom Smartphone auf das Tiger dauert es hier rund 9 Minuten, von Smartphone zu Smartphone mit der gleichen Datei nur eine halbe Minute. Dazu kommt noch, dass die Verbindung während der Übertragung häufig einfach abbricht.

    • Danke für deine Erfahrungen. Eine 5 MB große GPX-Track-Aufzeichnung würde ich niemals als Tourbasis nutzen. Damit wird auch die Navigation sehr langsam. Diese Genauigkeit ist auch absolut unnötig. Besser vorher die Punkte vom Track per Software reduzieren.

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