Smarte Livall Helme im Praxistest

Mehr Sicherheit durch Beleuchtung. Mehr Komfort durch Musik hören, telefonieren und Navi Ansagen. Alle smarten Funktionen im ausführlichen Review.

Veröffentlicht: 3. Juni 2020
Letzte Aktualisierung: 30. August 2020
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Ein Fahrradhelm muss bei einem Sturz den Kopf schützen. Wichtig ist auch ein bequemer Sitz.

Alles weitere gehört für mich zu den smarten Funktionen. Die können die Sicherheit erhöhen und/oder den Komfort steigern.

Livall hat einige solche Funktionen in seine Helme integriert. In diesem Test stelle ich dir diese Funktion im Detail vor.

UPDATE

Der ursprüngliche Artikel aus dem Mai 2017 wurde im Juni 2020 grundlegend überarbeitet und um neue Livall Modelle erweitert.

Transparenzhinweis:
Die Helme wurden mir für diesen Test kostenlos und ohne Auflagen vom deutschen Importeur zur Verfügung gestellt.

Livall Helm Modelle

Im laufe der Zeit habe ich folgende Modelle getestet:

Der smarte Livall BH60 Helm
Der smarte Livall BH60 Helm

Darüber hinaus gibt es noch die Mountainbike Helm Serie MT, die elektrisch aber identisch ist.

Livall Smart Helm Hardware

Bevor man sich mit all den tollen smarten Funktionen beschäftigen kann ist es erst mal ein Helm. Dieser verdient auch einen Blick.

Bequem sitzen ist wichtig und den Kopf im Falle eines Unfalls schützen natürlich noch mehr.

Den Livall Helm gibt es häufig nur in einer Größe. Die Passform vom BH60 ist für mich okay. Der BH62 passt richtig gut. Innenpolster, Riemen und Verstellung sind hochwertig und angenehm beim tragen und gut einzustellen.

Im Lieferumfang ist neben dem Helm noch die Bling Jet Fernbedienung mit Lenkerhalter enthalten.

Livall BH60 Lieferumfang
Livall BH60 Lieferumfang

Die Sicherheit ist nach EN 1078 zertifiziert.

An der vorderen Kante befinden sich bei den Modellen BH60SE und BH62 die im Helm eingelassenen Bedienelemente. Beim BH51 Neo gibt es leider keine Bedientasten am Helm.

Bedienelemente Livall BH60
Bedienelemente am Livall BH60

Drei Tasten für Power, + (Lauter) und (Leiser).

Dazu noch das Mikrofon und der magnetische Ladeanschluss zum aufladen des fest eingebauten Akkus. Der Strom reicht bei mir für rund eine Woche Fahrzeit, wobei meist nur das Licht an ist und gelegentlich Naviansagen abgespielt werden.

Bling Jet Fernbedienung

Für die bequeme Bedienung direkt am Lenker gibt es eine Fernbedienung.

Die Blingjet Fernbedienung für den Livall Helm
Die Blingjet Fernbedienung für den Livall Helm

Helm und Fernbedienung sind ab Werk bereits gekoppelt.

Befestigt wird die Fernbedienung mit einem Gummiband am Lenker. Das funktioniert sehr gut und für die kleine Fernbedienung reicht die Stabilität.

Helm mit Smartphone koppeln

Die Verbindung zwischen dem Helm und dem Smartphone erfolgt über zwei parallele Wege.

  1. Das Standard Bluetooth Hands-Free-Profile (HFP) für Telefonie und A2DP für Musikübertragung.
  2. Eine Bluetooth Datenverbindung zur Livall App für die restlichen Smartfunktionen.

Die Livall Riding App gibt es kostenlos für Android und iPhone.

LIVALL Riding
LIVALL Riding

Die Verbindung für Musik und Telefon funktioniert wie bei jeder anderen Freisprechanlage auch.

Bluetooth Einstellungen Screen
Headset und App-Teil vom Livall Helm koppeln

Helm per langem Druck auf den Power Button einschalten und warten bis die nette Dame „Pairing“ sagt. Dann kannst du in den Bluetooth Einstellungen deines Smartphones sichtbare Geräte suchen und anschließend das Headset koppeln.

Für Musik, Naviansage und Telefon ist das jetzt schon ausreichend.

Ab sofort bekommst du dann nach jedem Einschalten per Sprache mitgeteilt, dass die Verbindung hergestellt ist. „Connected“ – und du kannst Musik hören.

Für das Koppeln der restlichen Funktionen musst du in die App und benötigst ein kostenloses Livall Benutzerkonto.

In den Bluetooth Einstellungen noch den BlingHelmet koppeln, dann in die App wechseln und dort unter der eigenen Ausrüstung den Helm und die Bling Jet Fernbedienung verbinden.

Telefonieren und Musikwiedergabe

Von den zwei im Helm eingebauten Lautsprechern mit je 0,5 Watt Leistung darf man zwar keine audiophilen Hochgenüsse erwarten.

Livall BH60 Smarthelm
Headset Lautsprecher im Helm oberhalb der Ohren

Für gelegentliches Musikhören beim Radfahren ist die Audio Qualität aber erstaunlich gut. Mir reicht es vollkommen. Schließlich soll man sich ja auf den Verkehr konzentrieren

Und das geht extrem gut. Durch die Position der Lautsprecher oberhalb der Ohren bleiben diese frei. So kann man die Umwelt gut wahrnehmen.

Livall Helm mit TIGER Blu gekoppelt

Extrem praktisch sind die Lautsprecher für die Abbiegehinweise von einer Navi App. In Verbindung mit meinem aktuellen Favoriten komoot klappt die Navigation mit Ansagen hervorragend. Auch die Ansagen vom Garmin Edge kommen über das Smartphone gut rüber.

Die Kommandos sind gut zu verstehen und durch die Position der Lautsprecher genügt eine mittlere Lautstärke. So hört nicht der gesamte Radweg mit, wenn einem die Dame mal wieder den Weg erklärt

Über eingehende Telefongespräche wirst du per Ansage informiert. Annehmen geht über die mittlere Taste am Helm oder auf der Fernbedienung.

Den Gesprächspartner verstehst du gut. Wie gut du verstanden wirst hängt stark von den Umgebungsgeräuschen ab. Während Fahrtwind wenig Probleme macht, stören vorbeifahrende Autos das Telefonat stark. In der Stadt auf einer vielbefahrenen Straße war im Test kein Gespräch möglich.

Smart Funktionen im BH60 Helm

Neben den Telefon und Musik Funktionen über die Standard Bluetooth Protokolle bietet der Livall Helm noch mehr smarte Funktionen.

Unfallerkennung
Knallst du mit dem Helm auf den Boden registriert das ein Sensor im Helm und verständigt per Smartphone deinen zuvor eingetragenen Notfallkontakt. Wichtig: Kein Mobilfunknetz – kein Notruf!

Walkie-Talkie Funktion
Zwischen zwei oder mehreren Helmen wird eine Sprachverbindung aufgebaut. So kannst du auch mit Frau oder Radkollegen während der Fahrt sprechen.

Hier war ich maximal enttäuscht. Beide Teilnehmer brauchen ein Handy mit unterschiedlichen Livall Konten. Die müssen dann zu einer Gruppe zusammen gefügt werden und unterwegs soll mit drücken der Walkie-Talkie Taste eine Sprechverbindung, wie beim Funk, geöffnet werden. Im Test hat das nie zuverlässig geklappt.

Blinker
Gesteuert über den Controller am Lenker zeigen gelb blinkende LEDs an, wohin du abbiegen möchtest.

Foto-Auslöser
Vom Lenker kannst du über den entsprechenden Knopf auch die Kamera im Smartphone auslösen. Wozu das gut sein soll weiß ich aber selbst nicht.

Livall Erfahrungen auf der Radtour

Seit über 2 Jahren bin ich jetzt mit unterschielichen Livall Helmen unterwegs.

Mechanisch bin ich sehr zufrieden. Bequemer Sitz und sicher bedienbare Kinnschnalle. Wobei die Bänder etwas stabiler in den Schnallen sitzen könnten. Da ist ab und zu was verrutscht, was eine Korrektur für guten Sitz erforderlich gemacht hat.

Begeistert bin ich von der Bluetooth Headset Funktion. Einfach gekoppelt, sicher im re-connect und eine stabile Bluetooth Verbindung. So kommen Sprachansagen genau da an, wo sie hingehören. Ohne das unangenehme Tragegefühl von Ohrstöpseln.

Absolut unbrauchbar finde ich die Intercom Funktion zum unterhalten. Extrem wackelige Verbindung an allen Ecken bringen nur Frust.

Stärken
  • Bluetooth Standard Headset
  • Bequeme Passform

Schwächen
  • Walkie-Talkie Funktion
  • Qualität der App

Livall Helm kaufen – ja oder nein?

Für mich ist es vor allem das eingebaute Headset, welches mich überzeugt hat. Das funktionierte zuverlässig mit jedem Test-Smartphone. Die Sprachansagen vom Smartphone, Garmin Edge (So wird Sprachansage im Garmin Edge aktiviert) oder Falk TIGER Blu kamen zuverlässig rüber.

Wenn du dich während der Fahrt mit Frau oder Rad-Kollegen unterhalten möchtest, dann ist der Livall der falsche Helm. Schau dir dann besser den Sena Helm mit richtiger Funk Verbindung für den Intercom an.

Der Preis von den Livall Helmen ist super. Nur minimaler Aufpreis gegenüber einem guten Helm ohne smarte Funktionen. In sofern hat sich der smarte Livall Helm von mir einen Kauftipp verdient.

Alternativen zum Livall Helm

Sena R1

Der Sena R1 Helm ist bequem zu tragen und der Audio Champion. Gute Bluetooth Verbindung für Musik und Navi-Ansagen sowie ein Top Intercom für Gespräche untereinander über Funk.

Lumos Smart Bike Helm

Wer Wert auf Licht legt, sollte sich den Lumos Helm anschauen. Weiße Beleuchtung vorne, rot hinten und dazu noch Blinker sorgen für maximale Aufmerksamkeit. Audio Funktionen gibt es überhaupt nicht.

Fazit Livall Smart Helm Praxistest

Fazit Livall Smart Helm Praxistest
  • Funktion
  • Verarbeitung
  • Bedienung
  • Akkulaufzeit
  • Preis
4.4

Zusammenfassung

Bequemer Helm in verschiedenen Ausführungen. Top ist vor allem das integrierte Bluetooth Headset. Gut die Beleuchtung. Die Gegensprechanlage funktioniert nicht wirklich und wurde im Abschnitt Funktion nicht berücksichtigt.

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7 Gedanken zu „Smarte Livall Helme im Praxistest“

  1. Also bei mir reicht der Akku nur mit Musik hören (Licht aus) ca. 3,5h. Ist wegen der kurzen Laufzeit schon das 2. BH62 Modell.
    Beim Ersten war die Telefoniequalität für das Gegenüber besser…
    App ist über die Jahre besser geworden, nette Community…

    Antworten
  2. Hallo Markus,

    vielen Dank für die ausführlichen Darstellung dieser Livall-Helme. Hier hast du spez. den BH 60 SE dargestellt.
    Wo besteht der Unterschied zwischen BH 60 SE und BH 62 ? Mir würde der BH 62 mit der Farbe schwarz/rot mehr zusagen. Ich konnte außer den höheren Preis eigentlich keinen Unterschied von diesen beiden Helmen erkennen.
    Eine kurze nette Rückmeldung, bedanke ich mich schon im Voraus.
    Alles Gute und mache gerne so weiter
    Liebe Grüße
    Carl-Heinz

    Antworten
  3. Servus,
    wir haben uns 2 LIVALL BH62 gekauft. Im Wohnzimmer eingerichtet und alles getestet.
    Alles OK. Heute bei der 1. Fahrt mit den MTB’s, bei mir kein Blinken mehr möglich 😡.
    Wenig später auch das Walkie-Talkie ausgefallen. Dann konnte meine Frau auch keine Musik mehr hören. Schon seltsam. Bei dem BH62 meiner Frau Leuten hinten schwach die LED’s – also sollte der Helm noch an sein. Aber es lässt sich nich ausschalten.
    Mein BH62 ist ein einem Zustand, wo nur noch die Headset Funktion OK ist – alles andere ist tot.

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