Bosch hat auf seiner großen Neuheiten-Show in Hamburg seine Produkte für das Modelljahr 2027 präsentiert. Der GPS Radler war für dich vor Ort.

In diesem Artikel bekommst du den kompletten Überblick über alle Bosch-Neuheiten für 2027, vom komplett neuen Antriebssystem über Akku bis zu Display, Controller und Connectivity.
Einige Neuheiten finde ich so spannend, dass ich ihnen eigene News-Artikel widme. Die verlinke ich dir hier, sobald sie online sind.
Bosch HubLine: Erster Nabenmotor von Bosch
Bisher hat Bosch voll auf den Mittelmotor gesetzt. Mit der Hub Line erweitert Bosch das Angebot jetzt zum ersten Mal um einen Hinterrad-Nabenmotor.

Gedacht ist er nicht primär für Rennrad/Gravelbike, wo Hinterradnabenmotoren verbreitet sind. Statt dessen wird der Motor für leichte, urbane Bikes in eher ebenem Gelände positioniert. Bosch nennt diese Klasse direkt eUrban Bikes.
Die Vorteile eines Nabenmotors: eine dezente Optik, eine saubere Entkopplung oberhalb von 25 km/h und eine angenehm leise Geräuschkulisse. Wobei letzteres bei ersten Testfahrten nicht so beeindruckend leise war wie ich das von anderen Hinterradmotoren kenne.
Auch die technischen Daten passen zu diesem Einsatzzweck. Der Motor liefert 45 Nm Drehmoment, 400 Watt Spitzenleistung, wiegt nur 2,3 kg und misst gerade einmal 100 mm im Durchmesser. In Schwarz verschwindet er damit fast unsichtbar hinter dem Ritzelpaket.

Praktisch: Die Hub Line ist Teil des Smart Systems. Damit stehen dir alle Controller, Displays und Funktionen der Flow App auch für den Nabenmotor zur Verfügung.
An dieser Stelle lohnt sich schon ein Blick auf die Erweiterungsmöglichkeiten. Über die Connect Box im Rahmen laufen die Pflichtkomponenten zusammen: Motor, Akku, Controller/Display (HMI) und Trittfrequenz-Sensor.

Optional sind Anschlüsse für Licht und ein Power Port für Zubehör vorhanden. Da kannst du zum Beispiel eine Ladeelektronik fürs Smartphone anschließen. Hier kann ich dir die sehr gute USB-C-Ladeelektronik von Supernova* empfehlen.

[Video] USB-C Charger für Bosch smart System
Fahrrad Navigation am Smartphone braucht viel Strom. Mit dieser USB-C Ladeelektronik bekommt dein Handy genug Leistung. Einfache Montage am Bosch smart System eBike.
Active Line Plus: City Neuauflage
Auch in der Active Line Serie gibt es einen neuen Motor für urbane Bikes: den überarbeiteten Active Line Plus.

Der Mittelmotor ist eine Neuauflage des Modells von 2017 und unterstützt dich jetzt mit bis zu 60 Nm Drehmoment, 600 Watt Leistung und 340 Prozent Unterstützung. Dabei wiegt er nur noch 2,7 kg und ist damit rund 500 Gramm leichter als sein Vorgänger.
Bei der Probefahrt ist mir der ruhige Motorlauf positiv aufgefallen.
Schön für klassische eCity Bikes: Es gibt jetzt auch eine Option für Räder mit Rücktrittbremse.
PowerTube 360: Neuer Kompakt-Akku
Passend zu den beiden neuen, leichten Motoren gibt es auch einen neuen Akku. Mit 360 Wh erweitert Bosch das Angebot weiter nach unten. Der PowerTube 360 platziert sich damit direkt unterhalb der bisherigen CompactTube 400 mit seinen 400 Wh.
Das Gewicht liegt bei 2,1 kg, der Durchmesser bei 68 mm.
Die Reichweite gibt Bosch mit bis zu 80 km an. Realistisch halte ich das nur in sehr flachem Gelände und mit wenig Unterstützung.
Den kompakten Akku können Fahrradhersteller wahlweise fest im Rahmen integrieren oder entnehmbar verbauen. Wer mehr Reichweite braucht, kann ihn zusätzlich per PowerMore 250 erweitern.
PowerTube 720
Und noch ein weiterer Akku. Der PowerTube 720 bringt bei 720 Wh Kapazität rund 3,9 kg auf die Waage und kommt damit auf eine Energiedichte von 185 Wh/kg.
Praktisch: Er ist genauso lang wie PowerTube 800, 600, 540 und 360 und lässt sich dadurch direkt tauschen.
Den Vorteil für den Kunden gegenüber dem bisherigen PowerTube 800 verstehe ich an dieser Stelle allerdings nicht. Der wiegt mit 3,9 kg genauso viel, kommt aber auf mehr Reichweite und die bessere Energiedichte von 205 Wh/kg. Durch den günstigeren Preis ist er höchstens attraktiv für Fahrradhersteller.
Intuvia 200 Display
Mit dem Intuvia 200 kommt ein neues, kompaktes Display mit Graustufen-Anzeige.

Das 2,4 Zoll große Display wird fest am Lenker montiert und zeigt deine individualisierbaren Daten mit bis zu 1.000 Nits maximaler Helligkeit an.
Mehr Details zum Intuvia 200 findest du in Kürze in einem eigenen News-Beitrag.
LED Controller: Moderner Nachfolger der LED Remote
Jetzt wird es kurz etwas verwirrend. Die LED Remote ist die älteste Bedieneinheit im Smart System, denn mit ihr ist das System damals gestartet. Jetzt folgt der moderne LED Controller. Bosch hat dabei vor allem auf bessere Ergonomie und kompaktere Abmessungen geachtet.

Endlich gibt es auch einen USB-C-Anschluss, um Smartphone und Co. zu laden. Allerdings nur mit maximal 10 Watt Ladeleistung.

Mehr Details zum LED Controller findest du in Kürze in einem eigenen News-Beitrag.
Bosch ConnectModule
Ebenfalls neu überarbeitet kommt der Connectivity-Baustein Bosch ConnectModule (BCM). Die wichtigste Neuheit ist das integrierte Bluetooth-Modul (BLE).
Damit kannst du dein Bike vor Ort bis auf wenige Meter genau orten, wenn klassisches GPS an seine Grenzen stößt. Praktisch zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern oder im Keller. Wichtig ist das vor allem für professionelle Bike Hunter, die sich auf die Jagd nach gestohlenen Bikes machen. Wichtig ist das vor allem für professionelle Bike Hunter, die sich auf die Jagd nach gestohlenen Bikes machen.
Als Extra bietet Bosch jetzt auch eine externe Halterung für das ConnectModule an, montiert an den Flaschenhalter-Aufnahmen. Da muss allerdings ein Kabeldurchbruch im Rahmen sein. Fürs Nachrüsten eher nicht geeignet.

Über diese Lösung lässt sich allerdings streiten, denn auf der Halterung ist ein Hinweis auf das ConnectModule aufgedruckt. Auf der einen Seite sitzt das Modul dank Sicherheitsschrauben relativ sicher. Auf der anderen Seite weist der Aufdruck einen Dieb direkt auf das Tracking hin und verrät, wo das Modul sitzt.
Persönliches Fazit
So richtig vom Hocker gehauen hat mich keine der Neuheiten. Nabenmotoren mag ich im Prinzip wegen ihres leisen Laufs. Bei der Bosch Hub Line traf das auf meiner Probefahrt leider nur bedingt zu. Schon an mittleren Steigungen geht solchen Bikes die Puste aus, vor allem in der Single-Speed-Konfiguration.
LED Controller und ConnectModule sind in erster Linie Updates, die die Komponenten auf den aktuellen Stand der Technik bringen. Bei gerade einmal 10 Watt Ladeleistung an der USB-Buchse darf man das aber durchaus hinterfragen.
Das Intuvia 200 ist ein nettes Kompakt-Display für alle, die einfach nur fahren wollen, statt das Bike bis ins letzte Bit auszureizen.
Was sagst du zu den Bosch Neuheiten MJ 2027? Wirst du ConnectModul, LED-Controller oder Intuvia 200 nachrüsten oder tauschen? Schreib mir deine Meinung gerne in die Kommentare.