Im zweiten Teil des Garmin Oregon Praxistest geht es um Speicher, Kompass und Display. Dazu Antwort auf die Frage welches Modell für wen eignet ist.

Im ersten Teil meines großen Garmin Oregon 550t* Praxistest ging es um die Hardware und die Bedienung. Dabei gab sich der Oregon bis auf die Kamera keine nennenswerte Blöße.

Im zweiten Teil geht es um Speicher, Display und vor allem die Frage, welche Oregon Version für welche Outdoor Action am besten geeignet ist.

[Update]
Der hier vorgestellte Garmin Oregon ist ziemlich alt und nicht mehr empfehlenswert. Schau doch mal im aktuellen Garmin Oregon 750t Praxistest vorbei.

Interner Speicher und Speicherkarte

Daten drahtlos weitergeben oder empfangen
Daten drahtlos weitergeben oder empfangen

Der interne Speicher bietet je nach Modell zwischen 650 MB und 850 MB freien Platz für Tracks, Routen und Karten.

Im Batteriefach ist der Halter für microSD Speicherkarten eingelassen. Im Test funktionierten Karten bis zu einer Größe von 8 GB. Größere Karten standen für Tests nicht zur Verfügung.

Der Oregon und die Speicherkarte können am PC wie USB Sticks angesprochen werden. Durch direktes kopieren lassen sich Karten schneller auf das Gerät kopieren als über Zusatzsoftware wie etwa MapSource. Im Test erreichte die USB 2.0 Schnittstelle Übertragungsraten von 3,7 MB/s lesend und 1,3 MB/s schreibend bezogen auf eine microSD Speicherkarte.

Statt per Kabel lassen sich Wegpunkte, Routen, Tracks und Geocaches auch unterwegs drahtlos von einem Garmin Gerät auf ein anderes kopieren.

Noch ein paar Worte zur Verzeichnisstruktur

  • Aufgezeichnete Tracks liegen im Verzeichnis „Garmin/GPX“ in den Unterordnern „Archive“ oder „Current“.
  • Die Fotos der internen Kamera sind im Verzeichnis „DCIM“. Je nach Einstellung im internen Speicher oder auf der Speicherkarte.
  • Fotos für den Bildbetrachter im Ordner „Garmin/JPEG“ ablegen
  • Handbücher und Schnellstartanleitungen in unterschiedlichen Sprachen liegen bei „Documents“. Für mehr internen Speicherplatz kann der gesamte Ordner auf den PC verschoben werden.
  • Die Basiskarte gmapbmap.img liegt im „Garmin“ Verzeichnis
  • Die Topo Karte der „T-Modelle“ heißt „gmapprom.img“ und liegt im „Garmin“ Verzeichnis. Die Karte ist an das Gerät gekoppelt. Kann aber bei kurzfristigem Speicherbedarf auf dem PC ausgelagert werden.
  • Eigene Karten etwa von OSM mit dem Namen „gmapsupp.img“ in den „Garmin“ Ordner kopieren.
  • Hintergrundbilder für Profile im Verzeichnis „Garmin/Profiles“ ablegen. Die JPG Grafiken sollen eine Größe von 240 x 400 Pixel haben.
  • Pocket Queries von geocaching.com zum Paperless Geocaching direkt in den Ordner „Garmin/GPX“ kopieren
Screenshot der Garmin Oregon Verzeichnisstruktur
Screenshot der Garmin Oregon Verzeichnisstruktur

Display

Kompassansicht mit Freizeit Dashboard
Kompassansicht mit Freizeit Dashboard

Die Größe des transreflexiven TFT-Touchscreens beträgt selbst gemessene 3,8 x 6,5 cm und löst mit 240 x 400 Pixeln auf.

Der Touchscreen reagiert nicht ganz so sensibel wie bei aktuellen Smartphones. Speziell beim schieben der Menüpunkte ist das zu spüren. Vielleicht aus diesem Grund hat Garmin den Menüs zusätzliche „Blätter-Tasten“ spendiert. Ich bevorzuge es mit diesen Tasten durch die Einstellungen zu navigieren. Beim wischen kommt es häufig vor, dass ein Menüpunkt beim abheben des Fingers reagiert und die Funktion ungewollt startet.

Die restliche Bedienung geht super mit dem Touchscreen. Auch das verschieben der Karte geht einfacher als bei den Geräten mit Tastenbedienung.

Die Displaybeleuchtung wird über die Seitentaste eingestellt. Ebenfalls über diese Taste lässt sich der Bildschirm sperren.

Insgesamt ist die Beleuchtung aber nicht ausreichend. Das Display ist einfach zu dunkel. Auch vom Blickwinkel her ist die Ablesbarkeit nicht optimal. Das Display ist die einzig wirkliche Schwachstelle bei diesem ansonsten hervorragenden GPS Empfänger.

Kompass

Klare Instruktionen zur Kompasskalibrierung
Klare Instruktionen zur Kompasskalibrierung

In allen vier Oregon Modellen ist ein elektronischer 3-achsen Kompass eingebaut.

So ist die Richtungsbestimmung etwa zu einem Geocache auch mit schräg gehaltenem Gerät präzise möglich.

Zur Kalibrierung ist eine Drehung um jede Achse nötig. Leicht verständliche Anweisungen gibt das Display bei der Funktion „Kompasskalibrierung“. Schnelles starten der Kalibrierung ist aus der Kompass Anzeige durch einen Langdruck auf den Kompass ohne Umweg möglich.

Welchen Oregon für wen?

Aufgrund der Vielzahl an Modellen innerhalb der Oregon Reihe und den viel Nutzungsmöglichkeiten gibt es hier ein klares „Kommt darauf an für was der Oregon genutzt werden soll“.

Für Wanderer und Geocacher:

OpenStreetMap Kartenansicht
OpenStreetMap Kartenansicht

Hier bietet der große Touchscreen am meisten Vorteile. Viel Anzeigefläche für die Karte bei einfacher Bedienung. Besonders schön für Geocacher ist die einfache Eingabe von Koordinaten und Texten über die Bildschirmtastatur. Das Displayproblem tritt bei diesen Anwendungsgebieten in den Hintergrund. Die Beleuchtung muss zwar auch auf Maximum gedreht werden um gut sehen zu können. Es kann aber ein Sparmodus aktiviert werden, welcher die Displaybeleuchtung nach kurzer Zeit zum Akkusparen ausschaltet. Dazu kommt dass sich der Blickwinkel mit dem Oregon in der Hand schnell in den optimalen Bereich bringen lässt.

Meine Empfehlung lautet Oregon 450*.
Der Preisunterschied zu den Modellen mit Kamera und Karte ist einfach zu groß. Darüber hinaus eignet sich die Kamera nicht mal für Schnappschüsse, höchstens für Dokumentationszwecke. Da ist eine Handy Kamera besser. Auf die rudimentäre Topo Karte kann man ebenso wie auf die Kamera verzichten. Entweder kauft man gleich die „richtige“ Garmin Topo Karte* (ab 110 Euro) oder man nutzt die kostenlosen OpenStreetMap Karten. Beide sind besser als die Freizeitkarte in den „T-Modellen“.

Für Fahrradfahrer:

Auch wenn der Oregon mit Herz- und Trittfrequenzsensor ausstattet die Funktion eines Fahrradcomputers übernimmt, für den Gebrauch auf dem Fahrrad kann ich den Garmin Oregon nicht empfehlen.

Das Display ist einfach zu schlecht ablesbar. Auf dem Fahrrad hat man zudem nicht die Möglichkeit den Blickwinkel zu verändern um bei wechselnden Lichtverhältnissen auf dem Bildschirm etwas erkennen zu können. Auch muss die Displaybeleuchtung immer voll aufgedreht sein. Dann geht aber die Batterielaufzeit drastisch in die Knie.

Für Radtouren also besser einen GPSmap 62s* oder den neuen Montana nutzen.

Fürs Geotagging:

Die Modelle 550 und 550t verfügen über eine eingebaute Kamera mit Geotagging Funktion. Die aufgezeichneten Tracks aller Modelle sind sehr gut für nachträgliches Geotagging. Genaueres zum Geotagging mit dem Garmin Oregon in einem eigenen Newsartikel.

[Nachtrag]

Die Nachfolger, Garmin Oregon 650t und Garmin Oregon 750t, habe ich auch einem Praxistest unterzogen.

Alternativen zum Oregon 550

Garmin Oregon 750t

Oregon 750t Praxistest
Oregon 750t Praxistest

Wenn du in der selben Liga bleiben möchtest, greife zum aktuellen Garmin Oregon der 700er Reihe.
In jedem Fall sinnvoll, da der Touchscreen deutlich besser ist als bei der 500er Serie.
Zum ausführlichen Garmin Oregon 750t Praxistest

Garmin eTrex Touch

Darf es etwas kleiner und dafür günstiger sein? Dann ist die super Alternative zum Garmin Oregon der Garmin eTrex Touch.
Wird auch gerne als „kleiner Bruder“ vom Oregon bezeichnet.
Zum ausführlichen Garmin eTrex Touch Praxistest

Garmin Edge 1030

Du suchst mehr eine GPS Fahrradnavigation? Dann schau dir als Alternative zum Garmin Oregon mal den Garmin Edge 1030 Radcomputer an. Größeres Display, erweiterte Sensormöglichkeiten und eine tolle GPX-Track Navigation.
Zum ausführlichen Garmin Edge 1030 Praxistest
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