Garmin Edge Explore 1000 im Praxistest – Hardware
Veröffentlicht: — Letzte Aktualisierung: 1. Januar 2017
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Ein High-Tech Fahrrad-Navi aus der Edge Reihe. Der GPS Radler stellt dir in diesem ersten Teil vom Review die Hardware der Fahrrad Navigation im Detail vor.

Fahrradcomputer, Navigation und Notfall-Melder. Das neueste Garmin Edge Modell verbindet viele Funktionen.

Welche Erfahrungen ich mit dem Garmin Edge Explore 1000* in der Praxis gemacht habe, liest du in diesem Review.

Transparenzhinweis:
Den Edge Explore 1000 habe ich von Garmin Deutschland für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen.

Funktionen und Lieferumfang

Ein Navigationssystem speziell für die Bedürfnisse von Alltags-Radlern, Tourenradfahrer und Pendler. So positioniert sich der Edge Explore.

Zieleingabe wie im Auto über Adresse oder POI. Trotzdem viele sportliche Trainingsmöglichkeiten. Benachrichtigungen vom Smartphone und automatische Info von Notfallkontakten bei einem Unfall.

  • Fahrrad Navigation mit vorinstallierter Europa Karte
  • Planen von Routen auf dem Gerät
  • Verbessertes Round-Trip-Routing
  • Unfall-Benachrichtigung
  • Online-Funktionen
Technische Daten in Kürze
Hersteller: Garmin
Modell: Edge Explore 1000
Größe: ca. 5,8 x 11,2 x 2 cm
Gewicht: 114 Gramm
Preis bei Test: ca. 479 Euro
Ein kleiner Teil vom Lieferumfang
Ein kleiner Teil vom Lieferumfang

Der Lieferumfang ist, verglichen mit anderen Garmin Geräten, sehr üppig.

  • Garmin Edge Explore 1000
  • Fahrradhalterung mit Adaptern
  • Lenker Fernbedienung
  • Halterung für Fernbedienung
  • Zwei zusätzliche Halterungen für Edge mit Gummiringen
  • Zusätzliche Halterung für Fernbedienung
  • Gummi Schutzhülle
  • Handschlaufe
  • Werkzeug
  • MicroUSB Kabel
  • gedruckte Schnellstartanleitung

Bis auf ein USB-Ladegerät ist wirklich alles dabei. Aber das sollte bei jedem zu Hause vorhanden sein.

Unterschiede Garmin Edge Explore 1000 vs. Edge 1000

Während der Garmin Edge 1000 (Zum Praxistest) für den sportlich orientierten Radfahrer gedacht ist, richtet sich der Edge Explore 1000 mehr an den Touren Radler.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

 Edge 1000Edge Explore 1000
GehäuseSchwarzWeiß
Unfall-Benachrichtigung
Aktivitätsprofile
Virtual Partner
Garmin Connect
Segmente
Strava Live
Segmente
Streckenfunktion
Erweitertes Training,
Intervalltraining
Shimano Di2 kompatibel
E-Bike Konnektivität
Edge Fernbedienung mitgeliefert
OVP Preis549 Euro499 Euro
Straßenpreis
(01/2016)
370 Euro440 Euro
Straßenpreis
(04/2016)
390 Euro380 Euro
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Beim Vergleich fällt auf, dass beim Explore einige Funktionen weggefallen sind, aber kaum neue hinzukamen. Die Unfallbenachrichtigung soll beim Edge 1000 per Firmware-Update nachgerüstet werden.

Der Edge Explore 1000 ist für mich ein abgespeckter Edge 1000 zu einem etwas günstigeren (Listen-)Preis.

Vom Rotstift betroffen sind vor allem die erweiterten sportlichen Möglichkeiten und die verschiedenen Profile.

Drahtlose Schnittstellen

Bei den Funk-Schnittstellen hat Garmin dagegen nicht gespart.

ANT+
Für die Verbindung zu Fitness Sensoren und zu Varia-Bike-Zubehör gibt es die ANT+ Schnittstelle.

Bluetooth
Über Bluetooth 4.0 (BT LE) wird die Verbindung zum Smartphone hergestellt.
Fitness Sensoren können nicht über Bluetooth verbunden werden.

Wi-Fi / WLAN
Für die direkte Verbindung zum Garmin Connect online Portal kann sich der Edge Explore 1000 direkt mit dem heimischen WLAN verbinden.
So gelangen die Daten der letzten Tour sofort beim Betreten der Wohnung in das Garmin online Portal.

Jede Menge drahtloser Schnittstellen eingebaut
Jede Menge drahtloser Schnittstellen eingebaut

Zu den Möglichkeiten der drahtlosen Schnittstellen wird es später noch einen getrennten Artikel geben.

Schnittstellen und Bedienelemente

Neben den vielen drahtlosen Schnittstellen gibt es noch eine microUSB Buchse. Über diesen Anschluss wird die Verbindung zum Computer hergestellt und der interne Akku geladen.

An der Unterseite gibt es einen Steckplatz für eine microSD Karte. Maximal 64 GB sind möglich.

Beide Schnittstellen sind mit einer Gummi Abdeckung gegen Witterungseinflüsse geschützt. Laut Datenblatt erfüllt der Edge die Schutzklasse IPX7.

microUSB Buchse und microSD Steckplatz mit 32GB Karte
microUSB Buchse und microSD Steckplatz mit 32GB Karte

Drei Bedientasten sind vorhanden. Eine an der Seite zum Ein- und Ausschalten. Zwei weitere Tasten sind unter dem Display angebracht.

Seitliche Power Taste
Seitliche Power Taste

Mitgeliefert wird noch die Edge-Fernbedienung.

Die Edge Fernbedienung
Die Edge Fernbedienung

Per mitgelieferter Halterung wird die Drei-Tasten-Fernbedienung direkt am Griff befestigt. Ohne die Hand vom Lenker zu nehmen können folgende Funktionen bedient werden:

  • Rundentaste – Neue Runde starten
  • Aktionstaste – Kann programmiert werden
  • Seitentaste – Blättert durch die Datenseiten

Die Fernbedienung gefällt mir sehr gut. Wünschenswert wäre, wenn alle Tasten frei programmierbar wären. Ich brauche beispielsweise keine Runden und hätte dafür gerne zwei Tasten mit Zoom + und – für die Karte belegt.

Der Rest der Bedienung erfolgt über das Touchscreen Display – Damit komme ich auch gleich zum Display.

Display, Gehäuse und GPS

Das Display ist mit 3 Zoll Größe für einen Fahrrad Computer üppig dimensioniert. Die Auflösung beträgt 240 × 400 Pixel.

Wie vom Smartphone gewohnt ist kapazitive Touch-Technologie verbaut. Damit erfolgen Seitenwechsel mit einer eleganten Wischbewegung, zoomen ist mit der Zwei-Finger-Geste (pinch-to-zoom) möglich und ein leichtes Antippen genügt zum aktivieren der Funktionen. Bei Regen kann es allerdings zu Problemen durch „Selbstbedienung“ kommen.

Die Ablesbarkeit sowie die Helligkeit sind sehr gut. Obwohl bei intensiver Sonneneinstrahlung zu prüfen ist, ob das Display zu stark spiegelt.

Ohne Halterung wiegt der Edge Explorer (nachgewogene) 114 Gramm.

Sehr hochwertiges Gehäuse
Sehr hochwertiges Gehäuse

Das Gehäuse wirkt edel und fühlt sich hochwertig verarbeitet an. Die weiße Oberschale ist aus glänzendem Kunststoff, die schwarze Unterschale aus griffigerem Kunststoff. Sehr edel wirkt die eingelassene Plakette mit Typbezeichnung und Schnittstellen-Symbolen.

Unten gibt es eine kleine Öse zum Anbringen der mitgelieferten Handschlaufe.

Schneller und ordentlicher GPS Empfang
Schneller und ordentlicher GPS Empfang

Eingebaut ist ein kombinierter GPS/GLONASS-Empfänger. Auffällig ist die extrem schnelle Positionsbestimmung, welche mit heruntergeladenen A-GPS Daten nochmals leicht verbessert werden kann.

Die GPS-Genauigkeit liegt im üblichen Garmin-Bereich und ist für Fahrrad-Anwendung vollkommen ausreichend.

Von dem eingebauten barometrischen Höhenmesser sieht man deutlich weniger als bei Outdoor Geräten. Die Höhe wird im Hintergrund automatisch mit Hilfe der GPS-Höhe kalibriert. Einzige manuelle Eingriffsmöglichkeit legt über System > GPS > Höhe festlegen die aktuelle bekannte Höhe fest.

Die Einschaltzeit von lediglich ca. 12 Sekunden sorgt für einen schnellen Start.

Stromversorgung und Laufzeit

Der Garmin Edge Explore 1000 ist mit einem fest eingebauten Li-Ion-Akku ausgerüstet. Garmin gibt eine Laufzeit von bis zu 15 Stunden an.

Bei ersten Touren kam ich auf eine Laufzeit von knapp 6 Stunden. Ich werde die Laufzeit weiter beobachten und noch genauere Praxiswerte nachliefern. Aktuell ist es draußen recht kalt, was der Betriebsdauer sicherlich nicht gut tut.

Trotzdem erscheinen mir die 15 Stunden von Garmin sehr optimistisch.

Edge Explore 1000 unterwegs laden
Edge Explore 1000 unterwegs laden

Unterwegs besteht die Möglichkeit, per Akkupack oder Dynamo-Lader den Akku nachzuladen. Positiv aufgefallen ist mir, dass sich der Garmin nicht selbst ausschaltet, wenn die Stromversorgung unterbrochen wird.

Im zweiten Teil vom Garmin Edge Explore 1000 Praxistest geht es um Bedienung, Einstellung, Navigation und Karten.

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14 Kommentare, sei der Nächste!

  1. Hallo Matthias,

    vielen Dank für diese ausgezeichnete Blog-Site!

    Ich habe seit einigen Tagen einen Edge Explore 1000 und befinde mich daher noch in „test“-modus.

    Wie du hier beim Wi-Fi/Wlan Abschnitt erklärst verbindet sich das Gerät, schon bevor ich ins Haus gehe, automatisch mit unserem WLAN und zeigt die Meldung „Datei hochgeladen“. Das ist sehr komfortabel.
    Leider sehe ich aber kein neuen Eintrag (unter Aktivitäten) wenn ich mich einlogge of Garmin Connect.

    Es klappt nur wenn ich das Gerät über USB mit dem PC verbinde.

    Kannst du mir hier vielleicht ein Tipp geben?

    MfG aus Luxemburg,

  2. Hallo Matthias,
    die beiden Edge 1000-Geräte haben ja eine verschiedene Drahtlos-Schnittstellen. Ist es denn möglich, mit einer dieser Schnittstellen eine Drahtlos-Verbindung zum Computer aufzubauen und darüber zuvor auf dem Computer geplante Touren als GPX-Dateim auf das GPS zu laden?

    beste Grüße,

    Schorsch

  3. Hallo Matthias,
    Danke für deine rasend schnelle Antwort. Also wenn Bluetooth nicht als Drahtlos-Verbindung zum PC möglich ist, wie ist es dann über WLAN? Klappt das auch nicht?
    Oder andersherum: Wenn die GARMIN’s keine Drahtlos-Verbindung zum PC aufbauen können, klappt das denn vielleicht mit Wettbewerbsprodukten?
    Ich möchte halt einfach den ganzen Kabelsalat weg haben. – Ist ein wenig old school, wie ich meine

    Beste Grüße,
    Schorsch

  4. Hi Matthias
    zunächst danke für Deine Berichte, sind sehr hilfreich.
    ich hätte noch 3 Fragen zum bisherigen Edge 1000 und Explore: ist vom Modell 2013 zum Explore aus 2016 das Display gleich geblieben bzgl Lesbarkeit, auch bei Sonneneinstrahlung, oder Schärfe bzw. Empfindlichkeit bei der Bedienung? Gab’s ne Verbesserung oder ist’s qualitativ gleich?
    Hat sich die Akkuleistung verbessert?
    Ist die Bedienerfreundlichkeit intuitiv gleich oder einfacher (abgesehen dass es weniger Funktionen hat)?
    Vielen Dank
    Grüße Wolfgang

  5. Hi Matthias,
    ich bin bald 4 Wochen mit dem Rad und Zelt im Baltikum unterwegs. Dafür habe ich mir alle Velomap Karten ab Litauen bis Finnland und Schweden geholt.
    Weisst Du zufällig, wie man freie POI´s sinnvoll in das Edge 1000 bekommt? z.B. diese Auswahl
    http://www.archiescampings.eu/dui1/

    VG Marc

  6. Danke für die vielen Tipps. Habe nun einige Testkilometer hinter mir und langsam freunde ich mich mit dem Gerät an, Bisher war ich mit dem 60CSx unterwegs. Ich hatte aber schon einige Abstürze erlebt und beobachte nun wie sich das weiter entwickelt. Mit der einfachen Grafik bin ich auch nicht happy. Macht es Sinn den (nicht ganz günstigen) TOPO V7 PRO als SD Karte einzusetzen? Ist das Gerät hierfür leistungsmäßig geeignet? Kann ich dann trotzdem viele Tracks speichern?

  7. Was definitiv übertrieben ist sind die 15 Stunden Akkulaufzeit, den wir haben den Edge jetzt ein halbes Jahr, max. 7 Stunden ohne das was zusätzlich angebunden ist außer die Fernbedienung.

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