Vergleich: Garmin Oregon 600 – Garmin GPSmap 64s
Veröffentlicht: — Letzte Aktualisierung: 1. Januar 2017
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Die beiden derzeit wohl besten Garmin Outdoor Navigationssysteme treten im direkten Vergleichstest gegeneinander an.
Wer macht das Rennen?

Die beiden Garmin Outdoor Navigationsgeräte konnten bereits in den getrennten Praxistests zeigen, was in ihnen steckt.

Jetzt wird es Zeit für einen direkten Vergleich.

Die Frage könnte auch lauten: „Touch oder Tasten„?

Für diesen Vergleich habe ich meine Favoriten aus der jeweiligen Familie herausgesucht.

Beim Oregon den 600er, ohne Kamera und ohne Freizeitkarte.

Beim 64er das s-Modell mit zusätzlichen Sensoren aber ohne Freizeitkarte.

Sämtliche Aussagen gelten natürlich auch für die anderen Mitglieder der jeweiligen Familie.

Hardware im Vergleich

Wenn es nur um Gewicht und Größe geht, entscheidet der Oregon diese Kapitel für sich. Bei den Schnittstellen liegt der GPSmap 64s leicht vorne, zumindest, wenn man Wert auf Verbindung zum Smartphone legt.

Über Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt
Über Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt

Die GPS-Genauigkeit ist beim 64s etwas besser als beim Oregon, was vermutlich an der Quad-Helix Antenne im Stummel liegt. Eine weitere Verbesserung der Empfangsqualität lässt sich beim 64s durch den Einsatz einer externen Antenne erreichen. Möglich macht das der MCX-Anschluss für externe Antennen. Der Kollege von Navigation-Professionell hat das mal ausprobiert, kommen aber zu dem Fazit, dass die Vorteile durch eine externe Antenne für den normalen Outdoor Gebrauch vernachlässigbar sind.

In der Mitte der Anschluss für die externe Antenne
In der Mitte der Anschluss für die externe Antenne

Ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium ist der Stromverbrauch. Hier liegt der 64s mit 12 zu 10 Stunden bei meinem Anwendungsszenario vorne. Kleineres Display ohne Touch werden den entscheidenen Ausschlag geben.

Zur Hardware zähle ich auch mal den Preis. Da ist der 64er etwas günstiger zu bekommen als der Oregon. Rund 30 Euro trennen aktuell (März 2016) beide Geräte.

Aktuellen Preis vom Garmin Oregon 600* nachschauen

Aktuellen Preis vom Garmin GPSmap 64s* nachschauen

Vergleich der Displays

Ein zentrales Unterscheidungskriterium sind die Bildschirme.

Kleines Display vom 64s gegen großes Touchscreen-Display beim Oregon.

Bei Helligkeit und Ablesbarkeit liegt der 64s ohne Touch-Funktion haarscharf vorne. Wobei beide Geräte auf dem Fahrrad mit Sonnenbrille eine Displaybeleuchtung benötigen.

Bei nassen Bedingungen sind Tasten erste Wahl
Bei nassen Bedingungen sind Tasten erste Wahl

Beim Touchscreen des Oregon kann man geteilter Meinung sein. Als kapazitives Multi-Touch Display reagiert es hervorragend auf Benutzereingaben. Mit dickeren Handschuhen ist systembedingt schnell Schluss mit der Bedienung.

Andersrum kann es auch leicht zu ungewollten Eingaben kommen, beispielsweise durch Wassertropfen bei einer Fahrradtour im Regen oder in der Hosentasche.

Vergleich der Bedienung

Wo liegen die Unterschiede bei der Bedienung der beiden GPS-Geräte?

Zum einen geht es hier um die Bedienung des Gerätes.

Die Gummi-Tasten des GPSmap 64s lassen sich immer, auch mit dicken Handschuhen bedienen. Mit etwas Übung funktioniert das auch Blind.

Den Oregon kannst du auch im Querformat nutzen. Entweder automatisch per Lagesensor umschalten lassen oder per Hand im Menü.

Garmin Oregon im Querformat am Fahrradlenker
Garmin Oregon im Querformat am Fahrradlenker

Der kapazitive Touchscreen des Oregon funktioniert hervorragend, solange es nicht regnet oder die Finger in Handschuhen stecken. Mit speziell beschichteten Handschuhen funktioniert es zwar, die Präzision der Bedienung leidet aber trotzdem.

Seitenband vom 64s und Startseite vom Oregon im Vergleich
Seitenband vom 64s und Startseite vom Oregon im Vergleich

Zum anderen um das Bedienkonzept.

Beide Geräte gehören zur Garmin Outdoor Linie – und das merkt man bei der Bedienung. Wer eines dieser Geräte kennt, kommt problemlos mit anderen Garmin Outdoor Geräten zurecht.

Lediglich kleine Unterschiede, meist durch Tasten oder Touchscreen verursacht, lassen sich feststellen. Beispielhaft seinen hier das Seitennavigationsband beim 64s und das zoomen und verschieben der Karte beim Oregon genannt.

Navigation am Fahrrad im Vergleich

Zielnavigation im Vergleich
Zielnavigation im Vergleich

Auch im Kapitel Navigation gibt es kaum Unterschiede. Beide beherschen die Zielnavigation zu Adressen, POIs oder Wegpunkten.

Auch Tracks und Routen können importiert werden. Tracks nachfahren ist bei beiden nicht perfekt gelöst. Der Track wird nur auf einer Karte angezeigt. Der Linie folgen muss man selbst. Es gibt keine Abbiegehinweise.

Anders bei Routen. Hier gibt es eine Turn-by-Turn Navigation mit Piep-Signalen vor Abbiegungen.

Technische Daten im Vergleich

 GPSmap 64sOregon 600
GPS Radler TestZum PraxistestZum Praxistest
Größe6,1 x 16 x 3,6 cm6,1 x 11,4 x 3,3 cm
Gewicht
(mit Akkus)
260 Gramm205 Gramm
Displaygröße3,6 x 5,5 cm
160 x 240 Pixel
3,8 x 6,3 cm
240 x 400 Pixel
BedienkonzeptTastenkapazitiver Touchscreen
Zwei Tasten
GPS-AntenneQuad-HelixPatch
GPS-Antenne externMCX Anschluss
Stromversorgung2 AA-Akkus oder Batterien
NiMH-Akkupack als Zubehör
2 AA-Akkus oder Batterien
NiMH-Akkupack als Zubehör
Akkulaufzeit - Hersteller16 Stunden16 Stunden
Akkulaufzeit - Praxiseneloop: 12 heneloop: 10 h
SchnittstellenHigh-Speed USB (miniUSB)
seriell über USB
ANT+
Bluetooth 4.0 (BT LE)
High-Speed USB (miniUSB)
seriell über USB
ANT+
Bluetooth 4.0 (BT LE)
interner Speicher
(frei)
3,5 GB2,6 GB
Massenspeichermodus
SpeicherkartemicroSD (max. 32 GB)microSD (max. 32 GB)
Interne SensorenBarometer
3-Achsen Kompass
Barometer
3-Achsen Kompass
Kamera
* Oregon 650 (t) hat Kamera
Wegpunkte5.0004.000
Routen200200
Trackaufzeichnung200 Tracks (á 10.000 Punkte)
GPX oder FIT-Format
200 Tracks (á 10.000 Punkte)
2.000 Tracks im Archiv
GPX oder FIT-Format
Smartphone AnbindungUSB-OTG (So geht's)
Basecamp Mobile (iOS)
USB-OTG (So geht's)
Basecamp Mobile (iOS)
Benachrichtigungen
vom Smartphone
über Garmin Connect Mobile
(iOS, Android WinPhone)
Navigationsfunktionen
Zielnavigation
(Routing)
Tracknavigation
(Importierte GPX-Tracks)

(ohne Turn-by-Turn)

(ohne Turn-by-Turn)
Zusätzliche Karten möglich
Rasterkarten möglich
Preis und Verfügbarkeit
Verkaufsstart20142013
UVP Preis349 Euro449 Euro
Straßenpreis
(03/2016)
250 Euro280 Euro
Online kaufenBei Amazon*
Bei PDAmax*
Bei Globetrotter*
Bei Amazon*
Bei PDAmax*
Bei SportScheck*

Persönliches Fazit

Welchen Garmin soll ich jetzt kaufen: GPSmap 64s mit Tasten oder Oregon 600 mit Touchscreen?

Oregon und GPSmap64s am Fahrradlenker
Garmin Oregon 600 oder doch GPSmap 64s?

Wer jetzt einen klaren Sieger erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Zu nah sind beide Geräte technisch beisammen und zu unterschiedlich die Anforderungen der verschiedenen Zielgruppen.

Für den Garmin GPSmap 64s sprechen:

  • Bedienbarkeit auch mit Handschuhen und im Regen
  • längere Akkulaufzeit
  • moderne Smartphone Schnittstellen
  • Preis

Für den Garmin Oregon 600 sprechen:

  • großes, brillantes Display
  • Touchbedienung wie vom Smartphone gewohnt
  • Größe und Gewicht

Wer wirklich ganz harte Outdoor Action plant oder auch mal mit viel Wasserkontakt etwa beim Paddeln rechnet, dem sei der Garmin GPSmap 64s* ans Herz gelegt.

Alle anderen bekommen mit dem Garmin Oregon 600* ein tolles Universal Outdoor GPS-Gerät. Großes, brillantes Display mit einer zeitgemäßen Touchscreen Bedienung sprechen für sich. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Top-Geräte nur minimal.

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17 Kommentare, sei der Nächste!

  1. Hallo GPS-Radler,

    dein Artikel ist wie immer sehr informativ und super präsentiert. Bin zum Stammleser geworden, auch wenn ich bereits ein Fahrrad-Navi habe. Man möchte ja informiert sein, wenn es eine wichtige Neuerung gibt.

    Weiter so, Paul

  2. Hallo Matthias,
    super Bericht. Vielen Dank für die vielen Infos. Ich bin nämlich im Moment am überlegen, was für ein GPS Navi ich mir zulegen soll. Bis jetzt hatte ich noch keins! Also bin ich ein „Frischling“ in Sachen GPS Navis.
    Und zu meinem Glück sind diese beiden Navis auch in meine engere Wahl gelandet
    Die einzelnen Berichte über die beiden Navis hab ich auch schon gelesen!
    Top arbeit.

    MfG
    Thomas

  3. Hallo Matthias,
    der Vergleich GPSMap64s/Oregon600 ist interessant und aufschlussreich, weil ich mein Jahre altes 62s mit Topo Deutschland evtl. verkaufen will.

    Ein wichtiges Argument für den Neukauf wäre für mich folgendes:
    Mein 62s mit Karte TopoDeutschland benötigt während der Navigation ( Kartendarstellung ) für das Bewegen und Zoomen der Karte ( man will ja auch mal die grössere Umgebung sehen und sich orientieren ) immer eine recht lange Zeit für den neuen Bildschirmaufbau.
    Dies scheint ein Problem der Rechenleistung/Prozessor zu sein.
    Ist das bei den getesteten, neueren Geräten besser geworden?
    Ein flüssiges Schieben und Zoomen der Karte ist m.E. unerlässlich.

    Würde mich über eine Stellungnahme hierzu freuen.

    Grüße,
    Michael

  4. Moin,
    ich bin GPS Neuling und habe mal eine Frage zum Thema „Tracks nachfahren“. Dort steht:
    „Der Track wird nur auf einer Karte angezeigt. Der Linie folgen muss man selbst. Es gibt keine Abbiegehinweise.“
    Ist damit gemeint das es nur keine akkustischen Hinweise gibt? Oder wird im Display beim Folgen der Track-Linie auch kein Texthinweis, z.B. Links abbiegen auf Straße so und so…. , angezeigt? Der Screenshot in der Beschreibung zeigt einen solchen Hinweis ja an. Somit muss das beim Nachfahren doch angezeigt werden oder?
    Gruß
    Thorsten

  5. Hat das GPSmap 64 S.. wirklich keine Trackback-Funktion mehr? Bei meinem alten 60CSx kann man sich auch auf Tracks führen lassen und bekommt Abbiegehinweise angezeigt.

    Grüße,
    Andreas

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