Gesucht: Die beste Stromversorgung für Smartphones am Fahrrad
Veröffentlicht: — Letzte Aktualisierung: 1. Januar 2017
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Elektronische Gadgets am Fahrrad verbrauchen viel Strom. Eine Lademöglichkeit muss her. Aber welche mobile Stromversorgung ist die Passende? Ein Vergleich verschiedener Systeme.

Egal ob zum Navigieren, als Musikplayer oder einfach nur zum Aufzeichnen der geradelten Strecke, die Möglichkeiten eines Smartphones am Fahrrad sind riesig. Mit der richtigen App macht das Handy am Fahrrad so richtig Spaß. Wenn da nicht das Akkuproblem wäre. Akkus moderner Smartphones halten keinen ganzen Fahrrad-Tag durch.

Es muss also eine mobile Steckdose her. Aber welche? Dieser Artikel zeigt einen Überblick mit meinen persönlichen Favoriten und Empfehlungen.

Das Solarpanel – Universelle Lösung

Vollkommene Unabhängigkeit verspricht eine Solarlösung.

Rein auf das Fahrrad bezogen ist das Solarpanel nicht die perfekte Lösung. Es nimmt viel Platz weg, wie hier bei einer Testfahrt auf dem Gepäckträger.

Solarpanel auf dem Gepäckträger
Solarpanel auf dem Gepäckträger

Gehören aber auch Camping-Aufenthalte, Wanderungen oder Paddeltouren zum Outdoor Programm, dann spielt der Solarlader seine Vorteile aus.

Aus eigener Erfahrung kann ich das GoalZero Guide 10 Plus Solarpanel empfehlen. Hier geht’s zum Praxistest.

Akkupack – Günstige Lösung

Power Bank in der Lenkertasche
Power Bank in der Lenkertasche

Ein mobiler Akkupack, auch Power Bank genannt wird an der Steckdose aufgeladen und gibt unterwegs Strom über eine USB Buchse „Smartphone-gerecht“ ab.

Akkupacks gibt es für wenig Geld in verschiedenen Leistungsstufen.

Auf Radtouren mit Übernachtungen im Hotel ist ein günstiger Akkupach wie beispielsweise der EasyAcc* gut geeignet. Hier geht’s zum Praxistest.

Soll es Qualitativ hochwertiger sein empfehle ich den GoalZero Flip*. Mehr Details und seine Besonderheiten im Praxistest.

Dynamo Lader – Power Lösung

Der Nabendynamo ist eigentlich für die Versorgung der Beleuchtung mit Strom zuständig. Warum nicht diese Stromquelle zum Laden von Smartphone und Co. anzapfen? Mit der passenden Elektronik wird der Strom aus dem Dynamo „Smartphonetauglich“ aufbereitet.

Die besten Erfahrungen, vor allem mit stromhungrigen Smartphones, habe ich mit dem Dynamo Harvester* gemacht. Mehr dazu im Praxistest.

Dynamo Harvester zur Stromversorgung
Dynamo Harvester zur Stromversorgung

Eine günstigere, nicht so leistungsfähige Alternative ist das USB-Werk* von Busch + Müller. Mein Praxistest.

Persönliches Fazit

Welche mobile Stromversorgung ist jetzt die beste? Ganz klare Antwort: Das kommt darauf an.

Solarlader, Akkupack und Dynamolader im Vergleich
Solarlader, Akkupack und Dynamolader im Vergleich

Brauchst du Strom nur am Fahrrad und bist bereit den relativ hohen Kaufpreis zu akzeptieren, dann ist ein Ladegerät für den Dynamo genau das richtige für dich.

Kommst du auf Radtouren jeden Abend an eine Steckdose zum Nachladen, solltest du dir einen Akkupack mit der für dich passenden Größe aussuchen. Günstiger kommt man unterwegs nicht an Strom.

Mit einem Solarlader bekommst du maximale Flexibilität. Egal bei welcher Outdoor Aktivität, du bist unabhängig und hast Strom für die mobilen Gadgets.

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3 Kommentare, sei der Nächste!

  1. Hallo Matthias,

    besten Dank für den Blog. Auch wenn er schon etwas älter ist, war dies für meinen Einstieg sehr hilfreich.

    Bisher war ich mit dem MTB auf Hüttentouren unterwegs; das Thema autonome Stromversorgung stellte ich sich also nicht wirklich (war bestens mit Powerbank und Steckdose versorgt). Nunmehr beschäftige ich mich jedoch etwas intensiver mit dem Thema Bikepacking und damit auch mit längeren Touren in der „Wildnis“. In diesem Zusammenhang stellte sich mir die Frage, was ich denn nun wirklich an Energieversorgung mitschleppen muss. Etwas mühsam habe ich mir den untenstehenden Weg „ergoogelt“ – vielleicht hilft dies ja anderen Einsteigern bzgl. der Stromversorgung am Fahrrad. Und nein: Für die Richtigkeit der Angaben übernehme ich keine Gewähr (aber immerhin hat es mir als datengetriebenem Menschen geholfen, eine Entscheidung zu treffen).

    >> Schritt 1: Täglichen Energieverbrauch/ Nachladebedarf ermitteln
    Generell macht die Überlegung zur Stromversorgung ja nur Sinn, wenn ein entsprechender Verbrauch ohne Zugriff auf die Steckdose zu decken ist. Ich habe hierzu einfach zusammengezählt, was der Tagesenergieverbrauch meiner „Gadgets“ so ist (teilweise in Ermangelung von Herstellerangaben geschätzt):
    . Garmin Edge1000 [~2000mAh, ~7,5Wh] 100% nachladen pro Tag
    . Garmin Fenix 3 [~300mAh, ~1,1Wh] 100%
    . S5 Mini [~2100mAh, ~7,8Wh] 50%
    . Tablet [~4250mAh, ~15,7Wh] 25%
    . Kamera [~1025mAh, ~3,8Wh) 33%
    . Hero 5 Session [~1030mAh, ~3,8Wh] 50%
    … und in Summe somit ein Tagesenergieverbrauch (ohne Licht) von ca. 20Wh.

    Den individuellen Bedarf muss natürlich jeder für sich selbst bestimmen, das Prinzip bleibt aber gleich. Im Idealfall geben die Hersteller die Energie der Geräteakkus in Wh an, meisten die Kapazität in mAh (muss man dann halt mir der Akkuspannung multiplizieren, um auf die Energie zu kommen) und garnichts, so dass man sich mit Testberichten oder der Aufladezeit und Leistung des Ladegerätes behelfen muss.

    >> Schritt 2: Ladelösung finden/ dimensionieren
    Die Frage stellt sich nun, wie ich an einem Tag 20Wh wieder auf die Geräteakkus bekomme. Anbei mal die Berechnung für die beiden üblichen Lösungen: Nabendynamo und Solarpanel.

    >> 2a) Energieerzeugung mit Nabendynamo
    Hierzu ist der im Blog bereits erwähnten Artikel (https://fahrradzukunft.de/22/steckdose-unterwegs-5/) sehr hilfreich, der für verschiedene Fahrrad-Dynamos erklärt, welche Energie sich damit in die Geräteakkus abhängig von der Fahrgeschwindigkeit nachladen lässt. Zu beachten sind hier die verschiedenen Lade- und Abgabeverlusten von Fahrraddynamo zum ggf. vorhandenen Pufferakku der Ladelösung zum nachzuladenden Akku des Gerätes.

    Ausführlich kann man dies in og. Artikel nachvollziehen. Hier mal exemplarisch für SON 28 und USB-Werk bei einer durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit von 15 km/h (alle Werte Näherungswerte):
    . Erzeugte Leistung von SON 28: 3,0 Watt
    . Ladeleistung an Pufferakku USB-Werk: 2,6 Watt
    . Ladeleistung im Pufferakku USB-Werk: 2,0 Watt (entspricht Lade-Wirkungsgrad von ca. 80%)
    . bei 8h Fahrt aufbringbare Energie in Geräte-Akku (Wirkungsgrad 70-80%): 11,5Wh

    Wow, dies heißt, mein Energiebedarf wird nur zu ca. 50% durch die Nabendynamo-Lösung gedeckt. Die Lücke wäre übrigens noch größer, wenn man statt auf den SON 28 auf den SON 28 deluxe setzt, da dieser bei 15km/h nur etwa 2/3 der Leistung vom SON 28 erzeugt.

    Setzt man statt des USB-Werkes den vielgelobten Harvester Plus ein, ergibt sich nach gleichem Schema zwar eine höhere Ladeleistung von ca. 15Wh, die sich in die Geäteakkus „einbringen“ lassen, aber auch dies reicht noch nicht und irgendwann werde ich ohne Power dastehen. Was nun?

    Man kann entweder schneller fahren. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20km/h erbringt dies mit dem USB-Werk etwas 16,7Wh, mit dem Harvester 27,2Wh. Aber dies muss man halt auch erstmal und kontinuierlich ertrampeln.

    Intelligenter und nachhaltiger erscheint die Kombination des Fahrraddynamos mit einer Solarlösung (wie auch schon im Blog angesprochen).

    >> 2b) Energieerzeugung mit Solarpanel
    Ein sehr guter Anbieter für mobile Solarlösungen ist die schweizer Firma SISTech (www.sistech.com). Deren Solarpanel scheinen nicht nur der Technik letzter Stand zu sein, sondern sind auch wasserdicht und tropentauglich.

    Was beim Nabendynamo die Geschwindigkeit ist, ist beim Solarpanel die Sonneneinstrahlung, die von der Gegend und der Bewölkung abhängt (ausführliche Infos siehe SISTech). Ansonsten gelten die gleichen Überlegungen bzgl. der verschiedenen Lade-/Entladeverluste wie oben.

    Für die kleinste SISTech Lösung (Solarcard DIN A4 5W/5V) ergibt sich z.B.
    . 100% Leistung (bei klarem Himmel): 5W
    . Leistung bei „bewölkt“: ~40% >> Ladeleistung an Akku: 2W
    . Ladeleistung im Pufferakku (90% Wirkungsgrad): 1,8W
    . Energie im Pufferakku bei 10h Nutzung: 18Wh
    . Ladbare Energie im Geräteakku (Wirkungsgrad 70-80%): ~13 Wh

    >> 3) Fazit:
    Will ich nicht auf Gadgets verzichten und nicht durch die Welt rasen reicht der Nabendynamo auch bei Einsetzen des Harvesters Plus nicht aus, um den Energiebedarf von 20Wh täglich zu decken. Eine Kombination mit einem Solarpanel ist hier eine sinnvolle und tretenergiefreundliche Lösung. Selbst das kleinste SISTech Panel (Solarcard DIN A4, 5W/5V) erzeugt bei bewölktem Himmel in etwa die Energie, die man mit dem Harvester Plus sich im Laufe eines Tages erstrampeln kann. Beide Lösungen zusammen erbringen ca. 28Wh und damit genug für meine Gadgets und mit Reserven für Ruhe- und Schlechtwettertage. Mit einem größeren Solarpanel könnte ich auch den kompletten Bedarf decken, aber irgendwie ist ein Nabendynamo für die Fahrradbeleuchtung und im Falle von Regentagen ja prinzipiell eine sinnvolle Lösung.

    Ergo: SIS 28 mit Harvester Plus und SISTech Solarcard auf die Satteltasche. Mal schauen, ob die Praxis meine Berechnungen bestätigt … Gute Fahrt!

  2. Hallo Matthias,
    erst einmal ein dickes, fettes Lob für deine außerordentlich informative Seite. Ich bin begeistert. Leider bin ich erst vor kurzem auf die Seite gestoßen, habe aber inzwischen schon einige Artikel gelesen. Worauf ich aber eigentlich hinaus will. Meine Frau und ich machen nun schon seit 2008 im Urlaub längere Fahrradtouren. Natürlich ist im Laufe der Jahre auch einiges an elektronischer Ausrüstung dazugekommen. Beginnend mit dem Cyclo 300 von Mio. Übrigens für uns ein sehr gutes Fahrradnavi für Tourenradler. Ich erstelle für jeden Urlaub die Strecken bei GPSIES (auch eine sehr gute Adresse) und lade die Strecken aufs Mio und dann fahren wir die Strecken einfach als Etappen ab. Klappt wirklich gut. Nun sind noch drei Actioncams dazugekommen. Ich verwende nun schon seit einigen Jahren den Recharger von Biologic und muß sagen dass der super funktioniert. Einmal ist ja der Regler integriert, na klar muß ja sein, aber, es ist auch ein Akku mit dabei. Die Ladeleistung ist absolut zufriedenstellend. Es reicht um tagsüber das Mio am laufen zu halten und dann am Abend ggf. noch ein oder zwei Akkus der Kameras aufzuladen. Ich habe den Recharger damals noch bei Amazon kaufen können. Leider ist er dort aus dem Angebot genommen worden. Ich mußte ganz schön suchen um für dieses Jahr (siehe weiter unten) noch den Recharger für das Fahrrad meiner Frau zu finden. Desweiteren benutzen wir bei richtigem Sonnenschein noch das 15W Solarpaneel von ravpower und eine 15000 mAh Powerbank auch von ravpower. Nun kommt für diese Jahr noch, nach lesen deines Testes, das Teasi one3 dazu. Deshalb noch ein neues Ladegerät.
    Wenn du willst mache ich Ende des Jahres Meldung wie alles geklappt hat.

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