Du fährst mit Smartphone Navigation auf dem Fahrrad? Dann kennst du das Problem mit dem hohen Stromverbrauch. Der Dynamo Harvester bietet hierfür eine Lösung.

Der extrem hohe Stromverbrauch eines Smartphones während der Routenführung am Fahrrad gehört für mich zu den größten Nachteilen dieser Navigationslösung.

Eine mobile Stromversorgung muss also her. Was liegt also näher als den Fahrraddynamo anzuzapfen? Genau das macht der Dynamo Harvester* von be on bike.
Wie sich die mobile Stromversorgung in der Praxis schlägt, zeigt dieser Test.

[Update]
Der Dyna,o Harvester wird jetzt von NC-17 unter dem Namen AppCon GT#1 verkauft. Ein Test vom neuen Modell findest du bereits hier im Blog.

Transparenzhinweis:
Den Dynamo Harvester habe ich vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen.

be on bike Funktionsumfang im Überblick

  • Strom USB tauglich machen
  • Pufferakku
  • Sensoren
  • Bluetooth Sender
  • App für Android und iPhone

Als Kraftwerk für den Nabendynamo besteht die Hauptfunktion darin, den Strom Smartphonegerecht aufzubereiten. Auch ein Pufferakku für kurze Pausen ist integriert. Soweit die Basisfunktionen zur Stromversorgung.

Be on bike bietet aber noch mehr:
Eine ganze Armada an Sensoren schickt Daten vom Harvester ans Smartphone.
Dazu zählen Sensoren für Temperatur, Luftdruck und Drehfrequenz für präzise Streckenbestimmung.

Das hat seinen Preis. Mit 149 Euro ist der Dynamo Harvester zwar kein Schnäppchen. Angesichts der gebotenen Leistung und der Qualität ist der Preis gerechtfertigt.

Technische Daten in Kürze

Größe: 148 mm L x 30 mm ∅
Gewicht: 42 Gramm
Akkukapazität: 3000 mAh @ 3,7 Volt
Ladestrom: ca. 1 Ampere
Preis bei Test: 149 Euro

be on bike Montage am Fahrrad

Vor der ersten Tour steht erst mal etwas basteln auf dem Programm.

Die Röhre in Karbon Optik wird mit elastischen Kabelbindern und speziellen Abstandhaltern unter dem Lenker befestigt. Bei mir verschwindet der Harvester unauffällig hinter der KLICKfix Lenkertasche.

Dynamo Hervester am Lenker montiert
Dynamo Hervester am Lenker montiert

Das Kabel zwischen Dynamo und Akku ist bereits fertig konfektioniert. Am unteren Ende ein Stecker für den Shimano Nabendynamo, am oberen Ende zwei Flachstecker.

Anschluss am Dynamo
Anschluss am Dynamo

Alten Stecker vom Dynamo entfernen, neuen Stecker rein und das Kabel an der Gabel entlang nach oben führen. Dort in den Dynamo Harvester stecken. Der Akku Lader ist damit schon fertig angeschlossen.

Unschöne Flachstecker am Harvester
Unschöne Flachstecker am Harvester

Jetzt fehlt noch die Fahrrad Beleuchtung. Das ist mit etwas mehr Aufwand verbunden. Am Kabel der Beleuchtung müssen Flachstecker montiert werden. Diese jetzt mit richtiger Polarität am Harvester anschließen. Das wars mit der Hardware Montage.

Zwischenfazit Hardware und Montage

Größe, Gewicht und Optik der Röhre passen ebenso wie die Befestigung am Lenker.

Die offen liegenden Kontakt am Harvester finde ich nicht sonderlich schön. Auch der Anschluss der Beleuchtung könnte einfacher gelöst sein.

Vielleicht kann der Hersteller bei einer neuen Harvester Version hier eine bessere Lösung anbieten.

be on bike App für Android und iPhone

Will man mehr als nur Strom für das Smartphone, benötigt man die kostenlose be on bike App.

AppConGT
AppConGT
Entwickler: NC-17 Europe GmbH
Preis: Kostenlos

Das koppeln per Bluetooth ist kinderleicht.

Dann noch ein Fahrrad anlegen. Dabei verwirren die vielen Bezeichnungen für den Reifen etwas. Auch habe ich keine Ahnung wie viele Pole der Dynamo hat. Egal, hab ich einfach auf Standard belassen.

[Update]
Ist garnicht so schwer. Shimano Dynamos haben immer 28 Pole. Ein SON Dynamo normalerweise 26 Pole.

Dynamo Harvester mit iPhone koppeln
Dynamo Harvester mit iPhone koppeln

Die App für iOS ist etwas weiter entwickelt als die Android Version. Beispielsweise arbeitet be on bike auf dem iPhone mit der Apple Health App zusammen.

Der Funktionsumfang der App beschränkt sich auf Tacho, Karte und Tour Tagebuch. Navigation ist nicht integriert.

Drei Hauptansichten der Android App
Drei Hauptansichten der Android App

Dafür werden die Daten zusätzlich an eine beliebige Drittanwendung weitergereicht. So kann man mit be on bike das Tourbuch führen und sich gleichzeitig von der gewohnten Navigationsapp leiten lassen.

be on bike auf der Radtour

Smartphone in der Fahrradhalterung befestigen, USB Kabel einstecken, be on bike App starten und die Tour kann losgehen.

Stromversorgung fertig zur Abfahrt
Stromversorgung fertig zur Abfahrt

Im Test lieferte der Dynamo Harvester nahezu konstant 1 Ampere ab. Das ist sehr ordentlich. Selbst das sonst oft zickige iPhone beschwert sich nicht.

Was ich mir noch zulegen werde ist ein kurzes USB Kabel. Damit wird die Verbindung zwischen Dynamo Harvester und Smartphone aufgeräumt und ich muss das Kabel nicht mehrfach um den Lenker wickeln.

be on bike Dynamo Harvester – Stärken und Schwächen

Stärken
  • kräftige Stromversorgung
  • Einfache Kopplung
  • Viele Sensoren
Schwächen
  • offene Kontakte
  • rudimentäre App

Dynamo Harvester kaufen – ja oder nein?

Du bist mit dem Smartphone auf dem Fahrrad unterwegs? Dann brauchst du zumindest auf längeren Touren eine zusätzliche Stromversorgung. Der Harvester liefert ausreichend Power mit Pufferakku für einen akzeptablen Preis.

Wenn du jetzt noch ein Fan von Statistiken und Tourdatenbüchern bist, ist der Dynamo Harvester genau das Richtige für dich.

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10 Kommentare, sei der Nächste!

  1. Be On Bike plant für 2016 eine Steuerrohrversion des Dynamo Harvester, genannt Dynamo Harvester „i“. Für die Finanzierung des Projekts sammeln Sie noch bis zum 30.11.2015 Geld über Kickstarter.

  2. Sehr interessantes „E-Werk“ für Radler um auf langen Strecken ausreichend Strom für die Navigation oder das Handy zu haben. Auch im Vergleich zu anderen Lösungen ist das Preis-/ Leistungsverhältnis ausgesprochen gut.

    Einziger Kritikpunkt: Bei einem Anschaffungspreis von rund 140,00 Euro wäre es wünschenswert gewesen, wenn nicht nur eine App für IOS und Android zur Verfügung stehen würde, sondern auch für „das Dritte System im Bunde“ … nämlich Windows Mobile 8.1/ 10 (Windows Phone)!

    Ansonsten, eine sehr gute Lösung.

    Charlie

    • Danke für dein Feedback.
      Manche, ich gehöre auch dazu, wünschen sich zwar, dass Windows zu den großen Zwei aufsteigt. Aber bei einem Marktanteil von unter 10% kann ich sehr gut verstehen, wenn man Windows Phone nicht unterstützt.

  3. Hi,
    Vorab: tolle Site mit sehr guten Informationen. Danke dafür.

    Zu deiner Frage, wie viele Pole dein Dynamo hat. Auf der Website des Herstellers steht in den FAQs dazu:

    „Welchen Dynamotyp habe ich?
    Frage: Ich weiss nicht, welchen Dynamotyp ich genau habe. Wie stelle ich die Polzahl ein?
    Antwort: Mach es dir einfach – Nimm einfach an, dass dein Dynamo 28 Pole hat. In 98% der Falle liegst du damit richtig. Wenn dein Nabendynamo aber tatsächlich 26 Pole haben sollte, dann merkst du es daran, dass der Tacho 7,2% nachgeht. Noch ein paar einfache Regeln: Shimano Nabendynamos haben immer 28 Pole. Fabrikate der Fa. SON haben in der Regel 26 Pole.“

    Ich denke über eine Stromversorgung zum Laden von Lumia Phones, eines GPSmap 64s und eines Teasi One nach.
    Was würdest du empfehlen?
    – Dynamo Harvester
    – Dynamo Harvester Plus
    – USB- oder E-Werk

    Ohne Erfahrung tendiere ich, da nicht so viel Gewicht und Kabelsalat zusammen kommt, zum Dynamo Harvester Plus.
    Ok, habe Lumias. Doch wenn die Lösung echt gut wäre (auch von der Ästhetik her – es sollte so wenig wie möglich auffallen) würde ich ggf. für lau ein Android Device besorgen.

    Übersehe ich was?

    Oder sollte ich lieber warten, weil da bald noch was besseres/schickes kommt. Es drängt ja noch nicht …
    Danke!

    JdS

      • Und wenn kein Smartphone im Spiel ist (das wäre dann eher für mich interessant), welches „Kraftwerk“ würdest Du dann empfehlen? Vielen Dank

  4. Ich schwöre auf den Harnester, den ich mir vor kurzem auf die „Plus“-Version habe upgraden lassen. Damit ist mein iPhone trotz maximal eingestelltem Verbrauch (Helligkeit auf „Max“ etc.) immer ratzfatz voll geladen.
    Wirklich große Klasse!
    Die App gefällt mir insofern ganz gut, als dass ich damit einen komfortablen Tacho habe und nach der Tour zuhause zeigen kann, wo ich überall war. Leider funktioniert die Aufzeichnung nicht immer zufrieden stellend und zwar immer dann, wenn ich andere GPS nutzende Apps betreibe (z.B. Komoot oder Scout) und zwischendurch mehr als 5 Minuten anhalte, was sehr nervig ist, zumal die App explizit im Hintergrund laufen soll).
    Der Harnester selbst ist der Knaller und wohnt permanent in meiner Lenkertasche.

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